Heimisches Fleisch deutlich kennzeichnen

Vorarlberg / 11.12.2016 • 19:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nach Vorwurf des Etikettenschwindels bei Schweinefleisch: Landtagsparteien fordern Konsequenzen.

Schwarzach. Ein Vorarlberger Zwischenhändler soll Mastschweine aus dem Allgäu importiert und dabei das Tiertransportgesetz missachtet haben. Dafür wurde er vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) nach dessen Angaben angezeigt. Der Fall, über den „WANN & WO“ und „VOL.AT“ am Wochenende berichteten, zieht weitere Vorwürfe nach sich. Demnach würde deutsches Schweinefleisch in hiesigen Metzgereien vielfach als Vorarlberger Fleisch verkauft werden. Darüber echauffieren sich jetzt die Parteien im Landtag.

Kennzeichnungspflicht

Von einer „Schweinerei im wahrsten Sinne des Wortes“ spricht die freiheitliche Konsumenten- und Tierschutzsprecherin Nicole Hosp. Vorarlberger Familienbetriebe, die sich an strenge Auflagen halten, gehören nach ihrer Ansicht geschützt. Dem Etikettenschwindel müsse ein Ende gesetzt und eine klare Kennzeichnungspflicht eingeführt werden, fordert die FPÖ-Abgeordnete.

Dasselbe verlangen die Landtagsgrünen. Es brauche „eine umfassende Kennzeichnung von frischem und verarbeitetem Fleisch, was Herkunft und Haltungsform der Tiere anbelangt“, fordern die Abgeordneten Daniel Zadra und Nina Tomaselli. Die Verstöße gegen das Tiertransportgesetz seien außerdem aufzuklären und abzustellen, „die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärt Grünen-Tierschutzsprecherin Tomaselli.

Beim Koalitionspartner ÖVP sieht man auch die deutschen Behörden in der Verantwortung. VP-Tierschutzsprecher Bernhard Feuerstein erwartet sich von diesen „unmittelbare Konsequenzen sowohl für den Tierhalter als auch für den involvierten Transporteur“. Zum Verdacht des Etikettenschwindels fügt er an: „Metzgereien, die die Herkunft ihrer Produkte bewusst verschleiern, sind rigoros zu bestrafen.“

Kontrollausschuss gefordert

Neos-Tierschutzsprecherin Martina Pointner nimmt vor allem Landwirtschaftslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) und Kammerpräsident Josef Moosbrugger (ÖVP) in die Pflicht. „Der Verrat, oder zumindest die Möglichkeit dazu, hat offenbar System. Wer von den Verantwortlichen nun behauptet, er wisse nichts von der Problematik, der sagt nicht die Wahrheit“, klagt sie an. 

Nach Meinung der Vorarlberger SPÖ-Vorsitzenden Gabi Sprickler-Falschlunger fehle es trotz mehrerer Skandale in der Fleischindustrie in den vergangenen Jahren weiterhin an Transparenz. „Zur restlosen und vorbehaltlosen Aufklärung fordere ich die umgehende Einberufung des Kontrollausschusses, zu dem sämtliche Verantwortlichen geladen werden müssen“, sagt die SP-Tierschutzsprecherin.