Campingplatz-Umbau droht Kostenexplosion

Vorarlberg / 12.12.2016 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Campingplatz Enz soll auf 4-Sterne-Niveau angehoben werden.  Foto: HA
Campingplatz Enz soll auf 4-Sterne-Niveau angehoben werden. Foto: HA

Dornbirner Neos verweisen auf neue Schätzung, die millionenteure Mehrkosten beinhaltet.

Dornbirn. (ha) Nicht 1,9 Millionen Euro, sondern mehr als 3,4 Millionen Euro dürfte der Umbau des Campingplatzes Enz, der in Zukunft von der Dornbirner Seilbahngesellschaft betrieben wird, kosten. Für die Dornbirner Neos Grund genug für herbe Kritik auch an der Stadt, die sich für das Projekt einsetzt und dafür tief in die Kasse greift.

Wie berichtet, wurde der in die Jahre gekommene Campingplatz gegenüber der Karren-Talstation von der Dornbirner Seilbahngesellschaft übernommen. Zwischen Oktober 2017 und April 2018 wird auf dem städtischen Grundstück ein alpiner 4-Sterne-Campingplatz realisiert, der auch wieder in den internationalen Campingführern aufscheinen soll.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Seilbahngesellschaft, Vizebürgermeister Martin Ruepp, rechnet damit, dass die Nächtigungszahlen
von bisher nur noch 5000 in Zukunft auf 15.000 bis 20.000 in die Höhe schnellen werden.

Baurecht eingeräumt

Finanziert wird das Projekt von der Seilbahngesellschaft und der Stadt, die die Mehrheit der Seilbahnanteile hält. Der Seilbahngesellschaft als Bauherrin und Betreiberin wurde inzwischen von der Stadtvertretung ein Baurecht eingeräumt. Die Kosten für die umfangreiche Sanierung des Platzes und verschiedene Neubauten wurden vor wenigen Monaten mit 1,9 Millionen Euro angegeben. Damit wird es wohl nicht getan sein, sagt Neos-Stadtvertreter Michael Klocker. Er verweist auf eine „plötzlich auftauchende millionenteure Kostenschätzungssteigerung auf satte 3,4 Millionen Euro“.

Begründet wird der Mehraufwand unter anderem mit schlechten Bodenverhältnissen, die vorher offenbar nicht bekannt waren. Klocker vermutet, dass bei der Abstimmung in der Stadtvertretung im Juli dieses Jahres nicht alle Daten und Fakten auf den Tisch gelegt wurden und dass es noch dicker kommen könnte. „Wenn sich die Kosten in nur einem halben Jahr fast verdoppeln, muss davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Kosten weit über den 3,4 Millionen Euro liegen, zumal noch nicht einmal Baubeginn war.“

Auch an den prognostizierten Nächtigungszahlen hat Klocker seine Zweifel: „Die Stadt Dornbirn kalkuliert hier mit fiktiven Zahlen, die meines Erachtens sehr hoch angesetzt sind.“ Selbst bei 10.000 Nächtigungen seien keine schwarze Zahlen zu schreiben.

Für die Neos ist die Finanzierung des Campingplatzes mit Steuermitteln ohnedies ein Unding, weil mit weiteren Zuschüssen aus der Stadtkasse zu rechnen sei. Das sei unfair gegenüber den vielen privaten Betreibern im Land.

Kein Betreiber

Allerdings hat sich trotz städtischen Bemühungen kein privater Betreiber für den Campingplatz, der auch entsprechend investiert hätte, gefunden. Die Verhandlungen scheiterten vor allem an der Weigerung der Stadt, das Grundstück zu verkaufen.