Auch Skischulen warten auf Schnee

Vorarlberg / 22.12.2016 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Weiß, auf dem es sich so leicht mit Brettern an den Füßen gleiten lässt, fehlt den Skischulen vielerorts noch. Foto: berchtold
Das Weiß, auf dem es sich so leicht mit Brettern an den Füßen gleiten lässt, fehlt den Skischulen vielerorts noch. Foto: berchtold

Kurse stehen zum Teil auf der Kippe, oder es werden Schmalspur­varianten gefahren.

Schwarzenberg. (VN-mm) Es heißt weiter warten auf Schnee, und das nicht nur für Liftbetreiber oder Hoteliers. Auch die Skischulen bangen ums Geschäft. Wo in den vergangenen Tagen aufgrund der kalten Temperaturen wenigstens Kunstschnee produziert werden konnte, ist laut Tom Egger, Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes, ein Mindestangebot an Kursen gesichert. Skischulen in mittleren Höhenlagen können derzeit nur hoffen. „Wir haben sehr viele Buchungen, aber wenn es nicht bald schneit, werden wir die meisten Kurse absagen müssen“, räumt etwa Daniel Paluselli, Leiter der Skischule Schwarzenberg, bedauernd ein. Im Brandnertal muss die Skischule ihren Kursbetrieb vorläufig ebenfalls herunterfahren, da nur wenige Pisten zur Verfügung stehen. Dafür ist Personalmangel kein Thema mehr. Seit Egger die Skilehrerausbildung ins Land geholt hat, gibt es, so die übereinstimmenden Aussagen, deutlich mehr einheimische Interessenten.

Kooperationen mit Schulen

Die gut 40 Skischulen des Landes beschäftigen rund 1800 Skilehrerinnen und Skilehrer. In den vergangenen Jahren war immer wieder von personellen Engpässen die Rede. Inzwischen scheint sich dieser Knoten langsam zu lösen. „Genug ist immer relativ“, meint Tom Egger, seit heuer neuer Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes, kryptisch. Der im Frühjahr vollzogene Wechsel hin zur Ausbildung in den eigenen Gefilden zeigt aber bereits schöne Erfolge. So haben unlängst in Mellau 70 Nachwuchsskilehrer ihre Basisausbildung erfolgreich abgeschlossen. Weiters gibt es Kooperationen mit der HAK Bludenz sowie der Tourismusfachschule Bezau, die ihren Schülern als berufsbegleitenden Unterrichtsteil ebenfalls eine Skilehrerbasisausbildung ermöglichen. „Diese jungen Leute sind wichtig für uns, weil sie sich mit der Region identifizieren“, unterstreicht Egger die Notwendigkeit des Drehens an vielen Rädchen. Dazu kommen deutlich reduzierte Kurskosten. Mussten früher an die 2000 Euro auf den Tisch geblättert werden, sind es nun zwischen 650 und 850 Euro, weil die finanziellen Belastungen für Nächtigung, Verpflegung und Liftkarte für die meisten Kursteilnehmer jetzt entfallen.

Viele Gäste, wenig Platz

Die Klientel der Skischulen ist zur Hauptsache eine sehr junge. In der Kunst des Kurvenfahrens werden vor allem Kinder unterrichtet. „Aber auch Privatskikurse sind stark im Kommen“, berichtet Tom Egger. Individualität und zeitliche Ungebundenheit würden hier eine große Rolle spielen. „Die Skischulen müssen sich den Kundenwünschen anpassen.“ Die Erfüllung selbiger könnte sich allerdings schwierig gestalten, sollte der Schnee rar bleiben. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. „Wir brauchen nur zwanzig Zentimeter, dann könnten wir beim kleinen Lift beginnen“, sagt Schwarzenbergs Skischuleiter Daniel Paluselli. Mehr als eine Schmalspurvarianten kann vorderhand auch sein Brandner Kollege Reinhard Sperger nicht anbieten. „Gulmabahn-Bergstation bis Talstation Niggenkopfbahn, eine halbe Piste beim Schedlerhof-Schlepplift, und Tschengla geht auch noch“, hat er schnell alles Verfügbare aufgelistet. Für die kommenden Wochen könnte das bedeuten: „Viele Gäste auf wenig Platz.“ Im hinteren Montafon sieht die Sache offenbar etwas günstiger aus. Dort sichert der Kunstschnee für die Skischule Gaschurn-Partenen den vollen Kursbetrieb. Laut Fredy Immler ist lediglich beim Übungslift im Tal mit kleineren Einschränkungen zu rechnen.