475-Meter-Stollen durch Zanzenberg

Vorarlberg / 28.12.2016 • 21:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Millionenprojekt gegen Hochwassergefahr könnte Ende 2017 in Angriff genommen
werden.

Dornbirn. (ha) Vor rund einem Jahr tauchte der Plan auf, einen Stollen durch den Zanzenberg zu graben, um im Fall eines Hochwassers im Bereich Steinebach die Fluten in die Dornbirner Ache zu leiten. Das utopisch klingende Vorhaben könnte bald Realität werden.

Der zuständige Tiefbaustadtrat Gebhard Greber ist jedenfalls guter Dinge, dass das Projekt in naher Zukunft in Angriff genommen werden kann: „Vorausgesetzt, die finanzielle Genehmigung des Bundes wird Mitte 2017 erteilt, können die Arbeiten für den Hochwasserentlastungsstollen vom Steinebach – dem Oberlauf des Fischbaches – durch den Zanzenberg zur Dornbirner Ache Ende 2017 starten.“

Probebohrungen fanden bereits vor knapp einem Jahr statt, die Behördenverfahren wurden in die Wege geleitet. Vorgesehen sind ein 475 Meter langer Stollen durch den Zanzenberg und ein 200 Meter langer Kanal in offener Bauweise zwischen dem Tunnelausgang und der Dornbirner Ache. Die Pläne wurden vom Ingenieurbüro Breuß-Mähr im Auftrag der Stadt Dornbirn erstellt. Über die Kosten wird noch nicht geredet. Nur so viel: Bis 2030 muss Dornbirn insgesamt rund 15 Millionen Euro für den Hochwasserschutz bereitstellen.

Oberhalb des Gewerbeparks Steinebach wurden bereits umfangreiche Verbauungen gegen Hochwasser errichtet. Bei einem 100-jährigen Ereignis besteht allerdings nach wie vor im Bereich des Steinebachs, der ab der Querung Kehlerstraße zum Fischbach wird, Überflutungsgefahr.

2013 mussten etwa die Ufer nach schweren Regenfällen mit Sandsäcken abgesichert werden. Nach der Fertigstellung des Stollens besteht die Möglichkeit, Schleusen zu öffnen und Wasser in Richtung Dornbirner Ache zu leiten, um den Fischbach zu entlasten.

2017 wird die Sanierung von Ufermauern und Sohlschwellen an der Dornbirner Ache fortgesetzt. Dafür sind im Budget 300.000 Euro reserviert. Im Bereich des Gerbergrabens ist ein Retentionsbecken, das bei Hochwasser geflutet werden kann, vorgesehen. Die Kosten werden mit 650.000 Euro angegeben.