Der Reiz der 200-m-Marke

Wetter / 29.12.2016 • 19:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Innsbruck wird Matthias Troy als Vorspringer wieder über den Bakken gehen. Foto: mirjageh
In Innsbruck wird Matthias Troy als Vorspringer wieder über den Bakken gehen. Foto: mirjageh

Der Egger Matthias Troy kümmert sich um den Springer-Nachwuchs in Vorarlberg.

Egg. (VN-cha) Am 4. Jänner kehrt er auf die Schanze zurück, als Vorspringer der dritten Station im Rahmen der Vierschanzentournee in Innsbruck. Jahrelang waren sie seine Welt, die nationalen und internationalen Bakken. Ehe er sich im März 2015 entschied, die Sprunglaufski – wettkampfmäßig – in die Ecke zu stellen. Dem Sprunglauf ist Matthias Troy jedoch treu geblieben. Inzwischen kümmert er sich als Trainer im Vorarlberger Skiverband (VSV) um den Nachwuchs. „Das macht richtig Spaß“, erzählt er von seiner neuen Tätigkeit. Nicht zuletzt dank dem Schanzenzentrum in Tschagguns sieht er den heimischen Sprunglauf auf einem guten Weg.

Zusammen mit Wohlgenannt

Sein eigener Weg führte ihn einst zusammen mit Ulrich Wohlgenannt nach Eisenerz, wo sich die beiden Vorarlberger ein Zimmer teilten. Es war eigentlich die logische Fortführung eines gemeinsamen Weges, der im Alter von sechs Jahren begann. „Bevor ich richtig laufen konnte, bin ich schon auf Skiern gestanden“, lacht der Egger, wenn er an seine Kindheit zurückdenkt. Während Bruder Lorenz nämlich dem Fußball nachlief, suchte Matthias früh die Herausforderung – erst als Skifahrer, später als Skispringer. „Als Kind war es schon cool, ein, zwei Meter weit zu springen“, erinnert er sich. Erstmals über eine Schanze ging es dann am Bödele, wo sich auch sein Weg mit dem von Wohlgenannt ein erstes Mal kreuzte. „Wir haben uns jahrelang gegenseitig gepusht“, sagt Troy. Das nächste Wiedersehen gibt es nun in Innsbruck, wenn Wohlgenannt im nationalen ÖSV-Kader über die Schanze gehen wird. Für Troy selbst wird der Bergisel zu einer persönlichen Herausforderung, will er sich doch noch einen großen Traum erfüllen: Beim Skifliegen in Oberstdorf (3. bis 5. Februar) dabei zu sein. „Eigentlich habe ich mir ja geschworen, erst nach einem 200-m-Flug wirklich aufzuhören“, so der 22-Jährige, dessen Bestmarke, aufgestellt vor drei Jahren am Kulm, bei 185 m liegt. Inzwischen kann er auch entspannter über seinen Schlussstrich vor gut eineinhalb Jahren sprechen. „Es war nach einem Austria-Cup-Springen in Seefeld. Aber wirklich aussprechen konnte ich es erst nach einem längeren Urlaub in Neuseeland. Da habe ich wirklich Abstand gewonnen.“ Nun gibt er, der einst Balthasar Schneider („Weil er sich alles allein erarbeit hat“) und Toni Innauer („War wie ich ein kleiner Spitzbub“) nacheiferte, sein Wissen dem Nachwuchs weiter – und trainiert selbst noch für seinen großen Traum.

Bei der Tournee kommt die Erinnerung, wenn Ulrich springt.

Matthias Troy

Zur Person

Matthias Troy

Jeder Skispringer verspürt die Angst, wichtig ist der richtige Umgang damit.

Geboren: 24. 2. 1995 in Dornbirn

Ausbildung: Lehre zum Industriekaufmann mit positiv bestandener Lehrabschlussprüfung; staatlich geprüfter Instruktor für Skisprunglauf

Familie: Mutter Maria, Vater Wilfried, ein Bruder (Lorenz)