Vorarlberg schaufelt sich frei

Vorarlberg / 16.01.2017 • 19:20 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Der ÖAMTC Vorarlberg hatte gestern einiges zu tun: 120 Pannenhilfen und 100 Abschleppungen. „An einem normalen Tag liegen wir bei 110 Pannen- und 30 Abschleppfahrten“, resümiert Jürgen Wagner vom ÖAMTC und fügt hinzu: „Das heißt also, heute ist bei uns alles gefahren, was Räder hat – 21 Pannenautos und acht Abschlepp-Lkw.“ Gefährlich war laut Wagner vor allem, dass der Schnee auf den Straßen wie zu Seife wurde. Autos sind dadurch hängen geblieben oder ineinander gerutscht.Tipps für Autofahrer1. Zu einer guten Winterausrüstung gehören nicht nur Winterreifen angelegt, sondern auch Schneeketten in den Kofferraum. Die gehören jetzt unbedingt ins Auto.2. Das Auto technisch winterfit machen.3. Das Auto vor dem Fahren vom Schnee befreien. Denn eine gute Ringsum-Sicht ist wichtig. So sieht man die Gefahren früher und ist sicherer unterwegs.
Der ÖAMTC Vorarlberg hatte gestern einiges zu tun: 120 Pannenhilfen und 100 Abschleppungen. „An einem normalen Tag liegen wir bei 110 Pannen- und 30 Abschleppfahrten“, resümiert Jürgen Wagner vom ÖAMTC und fügt hinzu: „Das heißt also, heute ist bei uns alles gefahren, was Räder hat – 21 Pannenautos und acht Abschlepp-Lkw.“ Gefährlich war laut Wagner vor allem, dass der Schnee auf den Straßen wie zu Seife wurde. Autos sind dadurch hängen geblieben oder ineinander gerutscht.

Tipps für Autofahrer

1. Zu einer guten Winterausrüstung gehören nicht nur Winterreifen angelegt, sondern auch Schneeketten in den Kofferraum. Die gehören jetzt unbedingt ins Auto.

2. Das Auto technisch winterfit machen.

3. Das Auto vor dem Fahren vom Schnee befreien. Denn eine gute Ringsum-Sicht ist wichtig. So sieht man die Gefahren früher und ist sicherer unterwegs.

Tief Egon schneit Vorarlberg ein und lässt das Ländle im Chaos versinken.

Schwarzach (VN-jun, kal, sos) Dicke, weiße Flocken verwandelten das Land übers Wochenende in ein Winterparadies. Was die Wintersportler in den Bergen freute, sorgte zu Beginn der Woche auf den Straßen für eine Rutschpartie. Der Schnee auf den Straßen ist durch das Salzen zwar aufgetaut, aber nicht geschmolzen. Als sich in der Nacht auf Montag Neuschnee auf den salznassen Matsch legte, erhöhte sich die Rutschgefahr enorm. Die Folgen waren hängengebliebene Lkw und ineinander gerutschte Autos. Vor allem im Berufsverkehr herrschte Chaos auf Vorarlbergs Straßen.

Mehr als dreimal so viele Abschleppfahrten wie normal verzeichnete der ÖAMTC am gestrigen Montag. Auch in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Vorarlberg (RFL) ging es bereits in den frühen Morgenstunden rund. „Es waren deutlich mehr Einsätze als sonst“, sagt Adi Rohrer, stellvertretender RFL-Leiter. Es häuften sich kleinere Unfälle. Nahe des Pfändertunnels krachte ein Autofahrer in die Leitplanke, in Frastanz fiel ein Lkw der Glätte zum Opfer. „Vielerorts hatten die Einsatzfahrzeuge Probleme, an den Ort des Geschehens zu gelangen“, sagt Rohrer. Auch die Retter blieben nicht verschont: In Feldkirch-Gisingen fuhr ein Lkw auf ein Krankentransportfahrzeug des Roten Kreuzes auf. Es entstand jedoch nur Sachschaden.

Da es sich bei den zahlreichen Unfällen nur um kleine Kollisionen handelte, stieg auch die Zahl der Verletzten im LKH Feldkirch nicht an, wie Primar René El Attal berichtet: „Natürlich ist bei uns viel los, es herrscht Winterbetrieb. Aber wir verzeichnen keine Zunahme von Verletzten.“ Trotzdem sollten die Menschen beim Gang vor die Haustüre aufpassen. Denn rutschiger Untergrund kann schnell zu Handgelenksbrüchen, Knöchel- und Unterschenkelfrakturen sowie Schenkelhalsbrüchen führen.

Alltagshelden im Schnee

Trotz des Schneechaos treiben sich einige Helden des Alltags umher, die dafür sorgen, dass es in Vorarlberg weiterhin rund läuft. So sorgen bei der ÖBB in Vorarlberg rund 35 Arbeiter für schneefreie Gleise. Um Vorarlberg frei zu schaufeln, arbeiten auch die Gemeinden auf Hochtouren. Trotzdem kam es am Montag bei den Land- und Stadtbussen zu Verspätungen. Geschäftsführer Landbus Unteres Rheintal, Michael Stabodin, berichtet von Verspätungen von 15 bis 20 Minuten. „Viele Fahrgäste zeigen Verständnis, dass es bei solchen Extremsituationen nicht möglich ist, pünktlich zu sein.“ Bei einigen Ausnahmefällen kam es zu 30 Minuten Verspätung. In Mäder fielen sogar Einzelfahrten wegen eines querstehenden Lastkraftwagens komplett aus.

Die Schneesituation in Vorarlberg wird sich aber heute schon verbessern. Denn für die nächsten Tage gibt Günter Scheibenreif von der ZAMG Bregenz Entwarnung für das Wetter: „Von Dienstag bis Freitag wird es nicht mehr schneien.“

Dem Winter die Stirn bieten, das machen täglich rund 700 Zeitungsausträger in Vorarlberg. „Ich liebe meinen Job, trotz all der Gefahren“, sagt der 46-jährige Giordano aus Wolfurt.
Dem Winter die Stirn bieten, das machen täglich rund 700 Zeitungsausträger in Vorarlberg. „Ich liebe meinen Job, trotz all der Gefahren“, sagt der 46-jährige Giordano aus Wolfurt.
Wenn der Himmel den Schnee rieseln lässt, starten bei den Räumungsfahrzeugen die Motoren. Fast unvorstellbar ist die Summe der bisher benötigten Hilfsmittel. So wurden in Dornbirn bisher 200 Tonnen und in Bludenz 150 Tonnen Salz benötigt, um die Straßen sicher zu machen. Aber ohne den Einsatz zahlreicher Menschen wäre Vorarlberg schon lange unterm Schnee begraben. So arbeiten zum Beispiel in Bregenz rund 60 Leute mit vereinten Kräften, um dem Schnee den Kampf anzusagen.
Wenn der Himmel den Schnee rieseln lässt, starten bei den Räumungsfahrzeugen die Motoren. Fast unvorstellbar ist die Summe der bisher benötigten Hilfsmittel. So wurden in Dornbirn bisher 200 Tonnen und in Bludenz 150 Tonnen Salz benötigt, um die Straßen sicher zu machen. Aber ohne den Einsatz zahlreicher Menschen wäre Vorarlberg schon lange unterm Schnee begraben. So arbeiten zum Beispiel in Bregenz rund 60 Leute mit vereinten Kräften, um dem Schnee den Kampf anzusagen.
Während den meisten Vorarlbergern der viele Schnee zu schaffen macht, freuen sich die Kinder über das kühle Weiß. Endlich können sie den Schneeanzug anziehen und im Schnee toben. Das gefällt auch der zweijährigen Felia aus Bludesch.
Während den meisten Vorarlbergern der viele Schnee zu schaffen macht, freuen sich die Kinder über das kühle Weiß. Endlich können sie den Schneeanzug anziehen und im Schnee toben. Das gefällt auch der zweijährigen Felia aus Bludesch.
Auch an Hunden gehen Schnee und Kälte nicht spurlos vorüber. Marco Milohnic vom Vorarlberger Tierschutzheim rät Hundebesitzern, die Pfoten der Vierbeiner vor dem Spaziergang einzufetten: „Durch eincremen mit Ringelblumensalbe oder Melkfett sind die Pfoten vor Kälte und Salz geschützt.“ Zudem frieren speziell Kurzhaarrassen mit wenig Unterwolle besonders schnell. „Wenn die Tiere nicht in Bewegung sind, sollten die Herrchen den Hunden einen Mantel anziehen, damit sie die eigene Körperwärme halten können“, empfiehlt Milohnic.
Auch an Hunden gehen Schnee und Kälte nicht spurlos vorüber. Marco Milohnic vom Vorarlberger Tierschutzheim rät Hundebesitzern, die Pfoten der Vierbeiner vor dem Spaziergang einzufetten: „Durch eincremen mit Ringelblumensalbe oder Melkfett sind die Pfoten vor Kälte und Salz geschützt.“ Zudem frieren speziell Kurzhaarrassen mit wenig Unterwolle besonders schnell. „Wenn die Tiere nicht in Bewegung sind, sollten die Herrchen den Hunden einen Mantel anziehen, damit sie die eigene Körperwärme halten können“, empfiehlt Milohnic.
Die ÖBB hat sich von dem Wintereinbruch nicht überraschen lassen, sondern bereits in den vergangenen Tagen vorgesorgt. „Alleine in Vorarlberg haben wir 35 Arbeiter für die manuelle Schneeräumung an den Gleisen im Einsatz. Die sind mit Schaufeln entlang der Strecke unterwegs“, sagt Johann Kapferer von den ÖBB. In Wald am Arlberg war zusätzlich der Schienenschneepflug „Klima“ im Einsatz. Dieser wird von einer Lok geschoben und hat vorne einen großen Schneepflug montiert.
Die ÖBB hat sich von dem Wintereinbruch nicht überraschen lassen, sondern bereits in den vergangenen Tagen vorgesorgt. „Alleine in Vorarlberg haben wir 35 Arbeiter für die manuelle Schneeräumung an den Gleisen im Einsatz. Die sind mit Schaufeln entlang der Strecke unterwegs“, sagt Johann Kapferer von den ÖBB. In Wald am Arlberg war zusätzlich der Schienenschneepflug „Klima“ im Einsatz. Dieser wird von einer Lok geschoben und hat vorne einen großen Schneepflug montiert.
Der erste Blick aus dem Fenster zeigte am Montagmorgen ein in Schnee gehülltes Ländle. Bevor es zur Arbeit ging, stand für viele Schneeschippen an.
Der erste Blick aus dem Fenster zeigte am Montagmorgen ein in Schnee gehülltes Ländle. Bevor es zur Arbeit ging, stand für viele Schneeschippen an.

Schneeräumung in den Bezirken

Bregenz:

» 60–65 Mitarbeiter, 25 Fahrzeuge

» Bisher verbrauchtes Salz:
ca. 80 Tonnen

» Kosten pro Tag: keine Angaben

Dornbirn:

» 50 Mitarbeiter, 35 Fahrzeuge

» Bisher verbrauchtes Salz:
ca. 200 Tonnen

» Kosten pro Tag: 20.000 €

Hohenems:

» 22 Mitarbeiter, 12 Fahrzeuge

» Bisher verbrauchtes Salz:
ca. 100 Tonnen

» Kosten pro Tag: 20.000 €

Feldkirch:

» 45 Mitarbeiter, 25 Fahrzeuge

» Bisher verbrauchtes Salz:
ca. 200 Tonnen

» Kosten pro Tag: keine Angaben

Bludenz:

» 20 Mitarbeiter, 11 Fahrzeuge

» Bisher verbrauchtes Salz:
ca. 150 Tonnen

» Kosten pro Tag: ca. 15.000 €