Fraxner First birgt hohe Lawinengefahr

Vorarlberg / 17.01.2017 • 18:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Fraxner Hausberg lockt viele Tourengeher an. Die Lawinengefahr darf aber nicht unterschätzt werden.  Foto: kam
Der Fraxner Hausberg lockt viele Tourengeher an. Die Lawinengefahr darf aber nicht unterschätzt werden. Foto: kam

Pulverschnee lockt Tourengeher in die Berge, doch es ist Vorsicht geboten.

Fraxern. (kam)  Der First in Fraxern, Hausberg des Kirschendorfes, ist nicht nur in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Im Winter zieht es besonders Tourengeher immer wieder gerne zu spannenden Tiefschneeabfahrten auf den 1644 Meter hohen Berg. Dass auch das subalpine Gebiet bei entsprechenden Bedingungen von lebensgefährlichen Lawinenabgängen bedroht ist, wird gerade beim Fraxner First oft unterschätzt.

In den vergangenen 15 Jahren kam es für den Österreichischen Bergrettungsdienst des Landes Vorarlberg zu einigen Lawinenunfalleinsätzen im Bereich Fraxner First, die leider nicht alle glimpflich endeten. Mitte Februar 2009 kam es zu einem besonders schweren Lawinenunfall. Bei der First-Abfahrt wurden zwei Personen und zwei Hunde einer vierköpfigen Gruppe verschüttet. Eine Person wurde dabei leicht verletzt, die zweite Person hat den Unfall nicht überlebt.

Wanderer gerettet

In den ersten Jännertagen dieses Jahres hatte ein 60-jähriger Wanderer Glück im Unglück: Zur Wanderung von der Staffelalpe zum Maiensäß benutzte er den Weg über das schneebedeckte „Rotastöanarries“, welcher ihm zum Verhängnis wurde. Er rutschte aus und stürzte etwa 70 Meter durch steiles Gelände ab. Der Mann konnte mittels Taubergung des Polizeihubschraubers Libelle geborgen werden. Er erlitt nur Prellungen und Abschürfungen.

Die Alarmierung der Rettungskräfte bei Lawineneinsätzen erfolgt durch die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch. Hier erfolgt standardmäßig eine Alarmierung der betreffenden Bergrettungsortsstelle, der Notarzthubschrauber, der BMI-Hubschrauber Libelle und die Lawinenhundestaffel der Bergrettung.

Hilfe schnell vor Ort

Laut Auskunft von Martin Burger, Geschäftsstellenleiter des Österreichischen Bergrettungsdienstes – Land Vorarlberg, sind im Falle eines Unglücks am First binnen kürzester Zeit nach erfolgtem Notruf (rund fünf bis zehn Minuten) der Hubschrauber C8 und die Libelle (nimmt im Pick-up System einen Hundeführer auf) vor Ort. Vorausgesetzt, dass diese Hubschrauber nicht gerade im Einsatz sind. Der Gallus 1 benötigt  für seinen Flug von Zürs zum First etwas länger. Die Bergretter versuchen, möglichst rasch ihren Arbeitsplatz zu verlassen, damit sie in weiterer Folge den Unglücksort erreichen (per Hubschrauber, zu Fuß oder bei Nacht mit anderen Mitteln). Hier ist der Zeithorizont schon länger.

Vor dem Start sollte man sich gut informieren.

Martin Burger

Notfallausrüstung

Vor einer Skitour sollten Informationen über die Schneedecke sowie die örtliche Lawinensituation eingeholt werden. Experten raten, den Umgang mit der obligatorischen Notfallausrüstung zu üben.

» Lawinenverschüttetengerät

» Sonde, Schaufel

» Erste Hilfe-Paket, Biwaksack, Handy 

» ABS-Rucksack (Lawinen-Airbag) ist empfehlenswert