Hier zahlt sich das Reparieren aus

Vorarlberg / 19.01.2017 • 17:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das neue Reparaturcafé Rheindelta an der Dr.-Schneider-Straße 40.
Das neue Reparaturcafé Rheindelta an der Dr.-Schneider-Straße 40.

„Repair Café“ Rheindelta: Gleich am Eröffnungstag etliche Geräte wieder repariert.

Höchst. (ajk) Das Rheindelta sagt der Wegwerfmentalität den Kampf an. In der Höchster Dr.-Schneider-Straße konnte ein neues Reparatur-Café eröffnet werden, an dem sich alle drei Rheindeltagemeinden beteiligen. Ob Föhn, Kaffeemaschine, Toaster, Fahrrad oder Möbel: Die Truppe der freiwilligen Helfer um Christoph Grabher-Meyer und Herbert Loretz versucht zu helfen. In erster Linie geht es darum, die Eigentümer defekter Geräte zu beraten und sie beim Reparieren zu unterstützen. Nicht alles lässt sich so prompt beheben wie der Defekt am Toaster von Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda: Da klemmte die Auswurfmechanik.

Rheindelta-Projekt

Die Gemeinden Höchst, Fußach und Gaißau sorgten mit ihrer Anstoßförderung für den geglückten Start. Besonders wertvoll war die Begeisterung, die Harry Gehrer für die Idee aufbrachte. Er stellt die einstige Schreinerwerkstätte seines Vaters Helmut mietfrei zur Verfügung. Dafür bedankte sich Gemeinderat Markus Bacher als Obmann des Höchster e5-Teams. Weitere Sponsoren trugen zur Auffrischung der Räume bei. Harald Blum etwa schliff die dicke Leimschicht vom Boden ab. Es gab Werkzeugspenden, Verbandskasten, ein Waschbecken oder Feuerlöscher gratis.

Ersatzteile mitbringen

Das Reparaturcafé verfügt über kein Ersatzteillager. Solche Teile müssen die Besucher selbst besorgen. Dabei ist oft ein fachmännischer Rat wichtig: Wie heißt dieses Teil und wo ist es erhältlich? Das galt auch für den kleinen Treibriemen für den Kassettenteil im Kinder-Radiorekorder, den Markus Bacher mitbrachte. Über die Gattin, die im Elektrofachhandel tätig ist, erhob Mitinitiator Herbert Loretz gleich die Bestellnummer. Bürgermeistergattin Andrea Sparr hatte das gleiche Problem mit der großen Soundmaschine. Offiziell heißt die neue Einrichtung übrigens „Repair Café“. Diese Bezeichnung ist europaweit üblich. Die Teilnahme bedeutete für das Rheindelta, dass nicht sämtliche Unterlagen wie Haftungsfragen, Versicherung usw. selbst erarbeitet werden mussten. Zudem bietet die Organisation Aktionen wie preiswerten Werkzeugkauf usw. Werkzeug allerdings nehmen die Beteiligten gerne auch so entgegen. „Ob Schraubenzieher oder Bohrmaschine, wenn etliche Leute arbeiten wollen, benötigen wir manche Dinge mehrfach. Es gibt Haushalte, wo Werkzeug ungenutzt liegt. Wir sind dankbar dafür“, meint Christoph Grabher-Meyer. Das Reparaturcafé hat jeden Freitag einer geraden Kalenderwoche von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wer ein repariertes Stück mitnehmen kann, wird um freiwillige Spenden ersucht. Dieses decken Betriebskosten und Versicherung ab. Ein Überschuss wird sozialen Zwecken gespendet.

Herbert Loretz und Christoph Grabher-Meyer setzten sich besonders für das Reparaturcafé ein.

Herbert Loretz und Christoph Grabher-Meyer setzten sich besonders für das Reparaturcafé ein.

Großer Andrang am Eröffnungstag. Neue Backenbremsen gab es für dieses Fahrrad.  Foto: ajk
Großer Andrang am Eröffnungstag. Neue Backenbremsen gab es für dieses Fahrrad. Foto: ajk