Der Rodelstreit am Tannerberg eskaliert

Vorarlberg / 20.01.2017 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Alberschwende darf nur noch auf der Lorena gerodelt werden.
In Alberschwende darf nur noch auf der Lorena gerodelt werden. „Obwohl dort Tourengeher und Fußgänger unterwegs sind“, ergänzt Oberhauser.

Brüggele-Wirt stellt Betrieb ein, Gemeinde Alberschwende beruft sich auf Sicherheit.

Alberschwende. (VN-ger) Peter Oberhauser ist der Kragen endgültig geplatzt. Vor knapp zwei Wochen hat der 56-Jährige daher den Alpengasthof Brüggele und somit auch die Rodelbahn am Tannerberg für die restliche Wintersaison geschlossen. Grund dafür ist unter anderem ein Verbotsschild, das von der Gemeinde angebracht wurde (siehe Foto). „Wir werden durch das neue Verbotsschild in der Zufahrt, der Bewegungsfreiheit und in den Grundrechten beschränkt. Ich lebe eigentlich mit permanenten Haftungsproblemen“, erläutert Oberhauser seine Beweggründe. In einem Brief des Rechtsanwalts der Gemeinde sei er außerdem aufgefordert worden, sich genauestens an die Bestimmungen zu halten, andernfalls werde er angezeigt.

Rodler queren Piste

Der Brüggele-Wirt betreibt seit 1999 eine Rodelstrecke über einen privaten Güterweg. Der Knackpunkt: Die Rodelstrecke quert die Piste des Tannerberg-Skilifts – während des Nachtskilaufs käme es daher zu einer gleichzeitigen Nutzung der Piste, begründet Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann in einer Stellungnahme. Außerdem verlaufe die Strecke auf einer Länge von 600 Metern direkt auf der Skipiste. Das Betreiben der Rodelstrecke sei daher aus „sicherheits- und haftungstechnischen Gründen“ nicht möglich.

„Sicherheit ist auch für uns wichtig“, betont Peter Oberhauser. Er habe daher zahlreiche auffallende Beschilderungen mit gelbblinkenden Lichtern und Informationen auf der Strecke angebracht. Abgesehen davon würde die Strecke aufgrund der desolaten Skilifte fast gar nicht frequentiert. Sein Vorschlag, ein Netz anzubringen, damit die Rodler die Skipiste zu Fuß überqueren, sei abgelehnt worden. Die Gemeinde und die Skilifte würden ihm die alleinige Haftung für die Rodler am Tannerberg aufbürden, obwohl dort noch weit größere Gefahrenquellen, sprich Querungen von Zufahrtsstraßen, vorhanden seien. „Es wird mit unterschiedlichem Maß gemessen“, ärgert sich Oberhauser. Ein weiteres Dilemma: Der Güterweg ist gleichzeitig die einzige Zufahrt zum Alpengasthof mit angeschlossener Pension. „Innerhalb der Betriebszeiten darf ich mein Fahrzeug nur in Absprache mit den Skiliften in Betrieb nehmen“, erläutert der Gastronom, der regelmäßig Gäste abholen und Versorgungsfahrten erledigen sollte.