Markenräder und Skier im Visier

Vorarlberg / 20.01.2017 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bandendiebstahl mit Beute im Wert von rund 140.000 Euro beschäftigt Justiz.

FELDKIRCH. (ec) Am Landesgericht Feldkirch mussten sich am Freitag drei Slowaken wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle im Rahmen einer kriminellen Vereinigung verantworten. Die Männer im Alter von 37, 38 und 45 Jahren beteuern ihre Unschuld. Ein Landsmann hingegen belastet die Gruppe schwer. Ein weiterer Slowake, 34 Jahre alt, er war laut Anklage ebenfalls Mitglied der Bande, wurde unterdessen in der Schweiz für mehrere Einbruchsdiebstähle zu 36 Monaten Haft verurteilt. Gegen ihn wurde das österreichische Verfahren eingestellt, denn die Justiz ist der Meinung, dass drei Jahre Gefängnis genug sind.

Erneut vertagt

Immer wieder muss das Verfahren gegen die restlichen drei Männer vertagt werden, denn zunächst war der Belastungszeuge nicht auffindbar. Jetzt konnte ihm die Zeugenladung zwar persönlich zugestellt werden, doch aus der Slowakei angereist ist der Mann nicht. Jetzt wird auf dem Rechtshilfeweg versucht, seine Aussage zu bekommen. Die Staatanwaltschaft Feldkirch ist überzeugt, dass die Gruppe gezielt Radveranstaltungen auskundschaftete und dann dort vor Ort zuschlug. Ob Salzkammergut Trophy, Downhill-Rennen Steinach am Brenner, Arlberg Giro oder M3 Montafon Mountainbike Marathon – überall fehlten nach den Veranstaltungen hochwertige Räder. Auch in Skikeller wurde fleißig eingebrochen, dort hatte man es auf Markenskiausrüstung abgesehen.

Schwache Erinnerungen

In zwei Fahrzeugen seien die Sportartikel dann in die Slowakei gebracht worden. Gut organisiert und schnell abgewickelt, so der öffentliche Ankläger. Vom Skikellerdiebstahl gibt es eine Videoaufzeichnung. Der Einbrecher, der bereits in der Schweiz verurteilt wurde, wird als Zeuge einvernommen. Doch seine Erinnerung ist äußerst schwach. Er windet sich wie ein Wurm, sagt, er wolle nicht zurückblicken, weil er sich so schäme. Dann behauptet er wieder, er könne sich nicht erinnern, weil es schon so lange her sei. Die drei Angeklagten machen einen selbstsicheren Eindruck. Doch früher oder später wird die Aussage des bislang in der Slowakei sitzenden Zeugen verwertet, danach wird das Urteil gesprochen, und man wird sehen, was der Schöffensenat für wahr hält.