Röthner „Torggel“ steht Abriss bevor

Vorarlberg / 22.01.2017 • 19:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Oktober 2014 hat das Haubenlokal Torggel in Röthis seine Pforten geschlossen.  Foto: archiv
Im Oktober 2014 hat das Haubenlokal Torggel in Röthis seine Pforten geschlossen. Foto: archiv

Traditionsreiches Gasthaus soll Platz für modernes Wohnbauprojekt in der Vorderlandgemeinde machen.

Röthis. (VN-doh) Vor rund zwei Jahren wurde der Betrieb im Haubenlokal Torggel in Röthis geschlossen. Nach über acht Jahren zogen sich Franz und Angelika Dex-Rauch aus dem Gastronomiebetrieb zurück. Eigentümer des historischen Gebäudes, das aus dem 18. Jahrhundert stammt, ist die Unternehmerfamilie Rauch. Nachdem das Haubenlokal geschlossen wurde, hieß es, dass es zwar Ideen, aber keine Pläne für die Zukunft des Hauses in Röthis gebe. Das hat sich nun aber geändert: „Derzeit läuft ein Architekturwettbewerb, an dem drei renommierte Büros teilnehmen“, erklärt der Röthner Bürgermeister Roman Kopf auf VN-Anfrage.

Wohnen statt Haubenküche

Angedacht ist, dass auf dem Areal ein modernes Wohnbauprojekt entstehen soll. Es sei natürlich sehr traurig, ein so schönes und historisches Gebäude zu verlieren, meint Bürgermeister Kopf. Er sieht geringe Chancen, dass das Gebäude erhalten werden kann. Man habe mit den Eigentümern mehrere Konzepte für die Nutzung als Gastronomiebetrieb diskutiert, aber keine Möglichkeit für eine Rentabilität gefunden. Die Vorgaben für den Architekturwettbewerb würden einen Erhalt jedenfalls nicht vorsehen.

Kein Denkmalschutz

Die Bausubstanz des Gebäudes sei zudem sehr schlecht, wie eine entsprechende Untersuchung ergeben habe. Seitens des Denkmalamts sei das Haus zudem nicht unter Schutz gestellt worden. Dies mache es schwer, rechtlich gegen einen Abbruch vorzugehen. „Der Abriss tut den Röthnern in der Seele weh, und es wäre natürlich wünschenswert, das ehemalige Gasthaus zu erhalten“, so Kopf. So sieht es auch Brunhilde Frick: „Durch den Abbruch des schönen alten Hauses wird dem Ortsbild Schaden zugefügt und die Röthner verlieren etwas Unwiederbringliches“, schreibt sie in einem Leserbrief.
Seitens der Gemeinde ist man nun aber darum bemüht, zumindest die Platzwirkung zwischen Bruchatgasse und dem Torkelweg für den Ortsteil Winkel auch mit dem Neubau erhalten zu können.

Weinpresse bleibt in Röthis

Im Gegensatz zum „Torggel“-Gebäude selbst steht die Presse im Inneren des Hauses unter Denkmalschutz. Die aus dem Jahr 1672 stammende Weinpresse ist über zwei Stockwerke hoch und gilt als historisches Relikt des Röthner Weinanbaus. Es gebe eine mündliche Zusicherung, dass die Weinpresse auch künftig in Röthis bleibt, erklärt Bürgermeister Kopf. Man sei darum bemüht, einen Platz in der Gemeinde zu finden, um diese dann auch ansprechend ausstellen zu können. Vorstellbar sei etwa der Bereich um das – ebenfalls unter Denkmalschutz stehende – Röthner Schlössle.

Der angedachte Abriss des ehemaligen Gasthauses tut den Röthnern in der Seele weh. 

Roman Kopf, Bürgermeister