Bodenpreise im Land um ein Drittel angestiegen

Vorarlberg / 24.01.2017 • 18:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Grundstücke im Land sind begehrt – die Preise steigen stark. VN/Harti
Grundstücke im Land sind begehrt – die Preise steigen stark. VN/Harti

Daten seit 2012 zeigen: Preissteigerung in Vorarlberg überdurchschnittlich hoch.

Schwarzach. Die Kurve kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Die Bodenpreise in Vorarlberg sind in den letzten fünf Jahren um 36 Prozent angestiegen. Das dokumentieren Zahlen von „IMMOunited“, ein Unternehmen, das sich auf Grundbuch­daten spezialisiert hat. 5789 Grundstückstransaktionen wurden alleine seit 2012 in Vorarlberg ausgewertet. Das Transaktionsvolumen beziffert Firmengründer Roland Schmid gegenüber den VN mit rund einer Milliarde Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis (Bau- und Grünland, ganz Vorarlberg) ist demnach von 153,77 Euro auf 209,25 Euro angestiegen. Die Steigerungsraten seien im Österreich-Vergleich überdurchschnittlich hoch, so der Experte.

Die Preise für Bau- und Grünland variieren allerdings stark zwischen den einzelnen Gemeinden. Das zeigen jetzt erstmals der breiten Öffentlichkeit zugängliche Daten von „IMMOunited“. Basis dafür sind rund 900.000 im Grundbuch verbücherte Kaufverträge seit 2009, die das Unternehmen auf www.bodenpreise.at aufgearbeitet hat. „Da es auch innerhalb der Gemeinden zu Abweichungen kommt, geben wir den jeweiligen mittleren Kaufpreis der im Grundbuch durchgeführten Transaktionen an“, erklärt Schmid weiter.

Innerhalb des Bundeslandes gehen die Preise weit auseinander. So wurden im Nobelskiort Lech zuletzt im Gemeinde-Durchschnitt 970,32 Euro pro Quadratmeter Bauland bezahlt. Am anderen Ende der Liste ist Schnepfau im Bregenzerwald mit nur 75,83 Euro. Tief in die Tasche greifen müssen Kaufinteressenten auch in Bregenz. Dort liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 465,61 Euro. Ebenfalls teuer: Wolfurt (386,65 Euro), Lochau (382,48 Euro) und Lauterach (330,64 Euro).

Vergleicht man die zuletzt bezahlten Grundstückspreise in Vorarlberg mit anderen Bundesländern, ist es nirgendwo richtig günstig. So gibt es etwa in Salzburg Gemeinden, in denen Bauland für gut 30 Euro pro Quadratmeter zu haben ist. Die in Relation „billigsten“ Grundstücke in Vorarlberg gibt es neben Schnepfau in Riefensberg (80,36 Euro), Sonntag (81,81 Euro), St. Gerold (83,33 Euro) und Dalaas (86,72 Euro).

Mit den für jede Gemeinde abrufbaren Daten soll mehr Transparenz am Immobilienmarkt entstehen. Bisher habe es eine große Unsicherheit gegeben, welche Datenquelle man verwenden kann. Jetzt habe man echte Richtwerte auch zur Beantwortung steuerlicher Fragen, so Schmid.

Die Preissteigerungen in Vorarlberg sind beachtlich.

Roland Schmid, IMMOunited

Mitarbeit: Katharina Leitner