Immer Ärger mit „Mesmers Stall“

Vorarlberg / 24.01.2017 • 21:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sieht es in der Parzelle Hof aus, wenn die Straße bei „Mesmers Stall“ gesperrt ist. Foto: F. Leissing
So sieht es in der Parzelle Hof aus, wenn die Straße bei „Mesmers Stall“ gesperrt ist. Foto: F. Leissing

Fritz Leissing hat zwar vor Gericht recht bekommen, eine endgültige Lösung hat die Gemeinde aber noch immer nicht.

Alberschwende. (VN-ger) Vor knapp einem Jahr sah für Fritz Leissing (77) noch alles nach einem Erfolg im jahrelangen Streit mit der Gemeinde Alberschwende aus. Laut einem Urteil des Bezirksgerichts Bregenz müsste die Kommune alles unternehmen, damit „ausgehend vom Dach des Gebäudes Mesmers Stall keinerlei Niederschläge in Form von Schnee und Wasser“ auf das Grundstück von Fritz Leissing abgeleitet werden. „Passiert ist bis heute nichts“, ärgert sich der 77-Jährige. Die Wurzel allen Übels: Das Dach des Kleinkunstraums „Mesmers Stall“, von dem im Winter regelmäßig Dachlawinen auf die öffentliche Straße und auf das Grundstück der Leissings abgehen. „Wir leben auf unserem Besitz in Lebensgefahr“, ist sich Leissing sicher. 

Die Frage, ob auf dem Dach Schneehaken oder Schneerechen montiert würden, hätten die drei Anrainerfamilien bereits bei der Bauverhandlung im Jahr 2003 gestellt. Damals habe der Baubeauftragte geantwortet, dass dies der gesetzlichen Bauverordnung unterliege und somit geregelt sei, zitiert der 77-Jährige aus dem Protokoll. Allerdings: Die Sicherungen wurden nie montiert, da laut dem Anwalt der Gemeinde „ein Einbau aus optischen und finanziellen Erwägungen nicht infrage kam“.

Prallschutzwand

Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann versteht die ganze Aufregung nicht. Die Frage warum bislang nichts passiert sei, könnte so nicht gestellt werden, „weil von uns immer schon alles dazu unternommen wurde und wird, auch schon vor der Klage des Herrn Leissing“, meint sie auf VN-Anfrage. Vor dem ersten Schneefall werde jedes Jahr eine Prallschutzwand errichtet, die verhindere, dass Schnee vom Dach des Mesmers Stall auf das Grundstück von Herrn Leissing abgeleitet werde. „Zusätzlich werden die Wege um Mesmers Stall abgesichert bzw. abgesperrt“, führt die Bürgermeisterin aus. Und es gebe Überlegungen in Bezug auf eine technische Lösung. „Ob diese Lösung zum Ziel führt, konnte in Ermangelung von Erfahrungswerten der Anbieterfirma noch nicht ausreichend evaluiert werden“, ergänzt sie.

Fotobeweise

Dass die Prallschutzwand nicht den gewünschten Erfolg bringt, dagegen sprechen zahlreiche Fotos in der Mappe von Leissing. „Wenn Schnee kommt, dann sieht es so aus bei uns“, deutet der Alberschwender auf eine ziemlich demolierte Prallschutzwand. Auch die Straßensperre kommt beim „Mesmers Stall“-Anrainer nicht gut weg: Die Leute liefen trotzdem auf und ab. Außerdem sei dadurch die Zufahrt zum Haus der Familie Schedler sowie zu zwei Bauplätzen blockiert. „Es gibt keine ebenbürtige Rettungs- und Feuerwehrzufahrt.“

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser hatte schon im Mai 2014 eine baldige Lösung in Aussicht gestellt: „Ziel ist es, bis zum Winter 2014/15 die mit dem Abrutschen von Schnee und Eis verbundenen Gefahren durch eine dauerhafte Lösung bestmöglich hintanzuhalten“, hieß es in einer Anfragebeantwortung.

Bei Schnee leben wir auf unserem Besitz in Lebensgefahr.

Fritz Leissing