Lift droht ein Ruinenschicksal

Vorarlberg / 25.01.2017 • 19:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Grundeigentümer bleiben aller Voraussicht nach auf der Doppelsesselbahn am Bizauer Hirschberg sitzen.

Bizau. (VN-ger) Seit der Eröffnung des Konkursverfahrens im Jänner 2012 steht der Doppelsessellift auf den Hirschberg still. Ein Käufer konnte nicht gefunden werden. Mittlerweile ist auch der geplante Abbau geplatzt. Der Anlage droht somit ein Ruinenschicksal. „So wie es ausschaut, bleibt der Lift stehen und die Grundeigentümer sind auf sich alleine gestellt“, sagt Masseverwalter Lukas Pfefferkorn. Und das liegt offenbar nicht nur am Geld, zumal im Herbst des Vorjahres bereits mit den ersten Abbrucharbeiten begonnen wurde.

„Ich hätte eine Firma gehabt, die das kostenlos gemacht hätte“, erläutert Pfefferkorn. Einige Grundeigentümer hätten dann jedoch ihre Zustimmung an Forderungen geknüpft, mit denen der Abbauer nicht leben konnte. Da kein Geld vorhanden ist, sieht der Masseverwalter keine weiteren Möglichkeiten, den Lift verschwinden zu lassen.

Laut Bürgermeister Josef Bischofberger wurden bisher lediglich die Sommerrodelbahn abgebaut und die Sessel vom Lift genommen: „Die Liftstützen mit den Seilen und die Stationen stehen noch“, sagt der Gemeindechef. Derzeit harre man der Dinge. Auch wenn kurzfristig wohl nichts passiere, gehe er davon aus, dass der Lift abgebrochen wird. Auf den weiteren Verlauf Einfluss nehmen könne die Gemeinde nicht, da sie zwar Gläubiger, nicht aber Grundeigentümer am Hirschberg ist.

Gemeinde betreibt Übungslift

Komplett auf das Skifahren verzichten müssen die Bizauer trotz Konkurs nicht: Der Übungslift Hütten wurde der Bregenzerwälder Kommune vor knapp vier Jahren aus der Insolvenzmasse zur Verfügung gestellt.

Masseverwalter Pfefferkorn rechnet damit, dass das Konkursverfahren „im ersten Halbjahr dieses Jahres“ abgeschlossen werden kann. Dann soll auch der Hütten-Lift wie bereits vereinbart von der Gemeinde übernommen werden. Die Liegenschaften, auf denen sich die Tal- und die Bergstation des Doppellifts befinden, haben bereits einen neuen Eigentümer. Was dieser damit vorhat, steht allerdings in den Sternen. Der Gemeinde seien jedenfalls keine Planungen bekannt, was damit passieren soll, meint Bischofberger.

Die Liftstützen mit den Seilen und die Stationen stehen noch.

Bgm. Josef Bischofberger
Ein Stillleben in der Winterlandschaft: Der Hirschberg-Lift in Bizau diente zuletzt als Zubringer für die Sommerrodelbahn. Foto: VN/Paulitsch
Ein Stillleben in der Winterlandschaft: Der Hirschberg-Lift in Bizau diente zuletzt als Zubringer für die Sommerrodelbahn. Foto: VN/Paulitsch