Mehr als vierzig Versuche, einen Handyvertrag abzuschließen

Vorarlberg / 25.01.2017 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sein Bestreben, einen Mobilfunkvertrag zu bekommen, endete für den hoch verschuldeten Angeklagten meistens mit einer Enttäuschung.  AP
Sein Bestreben, einen Mobilfunkvertrag zu bekommen, endete für den hoch verschuldeten Angeklagten meistens mit einer Enttäuschung. AP

Staatsanwaltschaft ortet bei einschlägig Vorbestraftem gewerbsmäßigen Betrug.

Christiane Eckert

Feldkirch. Der 33-jährige Unterländer sitzt zurzeit in Strafhaft. Nach eigenen Angaben verdiente er noch vor Kurzem bei einer renommierten Vorarlberger Firma rund 3000 Euro monatlich. Ein Einkommen, das erstaunt, denn der Mann hat rund 100.000 Euro Schulden, mehrere Lohnpfändungen hinter sich und auch von Privatkonkurs ist die Rede. Doch Genaueres weiß der Angeklagte angeblich nicht. Mit Handys und Mobilfunkverträgen gibt es offensichtlich immer wieder rechtliche Probleme.

Daten missbraucht

Zumindest eine rechtskräftige Verurteilung dreht sich um das Gerät, das in der heutigen Zeit so wichtig geworden ist. 42 Mal versuchte der Mann mit Mobilfunkgesellschaften einen Vertrag abzuschließen, doch den Firmen ist der Angeklagte bereits bekannt, 40 Mal weigerte man sich. Der Handyliebhaber bekam weder einen Vertrag noch eines der begehrten Handymodelle. Doch zwei Mal klappte es und zwei iPhones wurden ausgehändigt. Schlussendlicher Schaden: knapp 2000 Euro. Die Geräte hat der Beschuldigte nämlich verkauft. Bei dem Versuch, weitere Handys zu ergattern, missbrauchte der Beschuldigte Daten von Kollegen. Ein Bekannter, der mit dem 33-Jährigen acht Jahre lang die Schulbank drückte, war überrascht, als er eines Tages die Zahlungsaufforderung einer Inkassofirma im Briefkasten hatte. Sogar die Daten eines Verstorbenen sollen missbräuchlich verwendet worden sein. „Ich habe halt nicht verstanden, warum mir keiner mehr einen Handyvertrag geben will“, sagt der Mann.

Seltsame Geschichte

Er habe es gar nicht nötig gehabt, er habe doch gut verdient. Außerdem habe er lediglich für den elfjährigen Sohn ein Handy anschaffen wollen, und die damalige Ehefrau hätte versprochen, die Verbindlichkeiten zu übernehmen, solange er in Haft sitze, verantwortet sich der Angeklagte.

Nun werden weitere Zeugen einvernommen und der damalige Lohn des Mannes überprüft, dann wird Richter Günther Höllwarth entscheiden, ob es bezüglich der 42 Fakten des Strafantrages einen Frei- oder einen Schuldspruch gibt.