Pfarrer als Kabarettist auf der Göfner Bühne

26.01.2017 • 17:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Familienseelsorger Michael Kopp „predigte“ auf eine humorvolle Art und Weise im Carl-Lampert-Saal .  Foto: etu
Familienseelsorger Michael Kopp „predigte“ auf eine humorvolle Art und Weise im Carl-Lampert-Saal .  Foto: etu

Pfarrer Michael Kopp zeigte in Göfis, wie Kabarett und Kirche zusammenpassen.

Göfis. (etu) Mit Humor erreicht man viele Menschen. In satirischen Beiträgen verpacken Kabarettisten oft politische Botschaften. Aber Kabarett eines Geistlichen? Überraschend komisch! Familienseelsorger Michael Kopp beanspruchte jedenfalls die Lachmuskeln und lud bei seinem Auftritt im Carl-Lampert-Saal Göfis gleichzeitig zu einer Entdeckungsreise in seine Kärntner Heimat. „Falls Sie meine Witze nicht verstehen – keine Sorge! Ich lache meist selbst darüber, dann wissen Sie, welches die lustigen Passagen sind“, begann Kopp den Abend. Und so erklärte der Priester im selbstkritischen Auftritt „ME – Wie Schnecken checken“ auf heitere Art, wie jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. „ME“ soll für „Meine Erfahrung“ (oder „Meine Einfalt“) stehen. Dabei zitiert Kopp immer wieder aus der Bibel und fügt humorvolle Kommentare hinzu. „Bitte erzählt keinem Pfarrer von meinen Bibelübersetzungen. Wenn doch, ist es mir auch egal. Ich kassiere eh nur vom Kärntner Bischof Rüge“, fügte er lachend hinzu.

Keine Kraftausdrücke

Fäkalwörter wurden gekonnt zensiert. Diese Kraftausdrücke seien eines Priesters nicht würdig. „Na, wenn die wüssten …“ Immer wieder polarisierte Kopp mit seinen Aussagen zwischen Jung und Alt, altmodisch und modern. „Ich bin froh, dass es euch gibt, die ihren Kirchenbeitrag leisten. Wegen euch müssen wir Priester nicht arbeiten.“ Das Publikum lachte.  „… oder zumindest weniger“, korrigierte Klopp. Anschließend schwenkte der Pfarrer um und wurde ernster: Rassismus ist aktueller denn je. „Jeder, der sagt ‚Ausländer raus‘, soll mal prüfen, woher seine Kleidung oder sein Handy kommt.“ Wenn man diese Aufforderung wörtlich nähme, dann stünden wir alle nackt da. Da seien Schnecken viel unkomplizierter: „Schnecken kennen keine Unterschiede – da macht’s jeder mit jedem.“ Der Abschluss bildete eine umgeschriebene Mundart-Version von „Halleluja“. Wer den Pfarrer selbst erleben will, hat am 24. Mai im Bildungshaus Batschuns die Chance.