Suche nach den Vorarlberger Tätern

26.01.2017 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Gastbeitrag von Theodor Veiter vom 24. September 1983.
VN-Gastbeitrag von Theodor Veiter vom 24. September 1983.

Historiker beleuchten fünf Biografien von Vorarlberger NS-Belasteten. Heute Vortrag zum Buch.

Schwarzach. (VN-mip) Theodor Veiter wurde am 22. September 1907 in München geboren. 1926 maturierte er in Feldkirch, noch während seines Studiums wurde er Sekretär der christlich-sozialen Fraktion im Bundesrat. 1933 trat er als Theodor Innerer in die NSDAP ein, 1938 wollte er diese Mitgliedschaft offiziell bestätigt haben. Die NSDAP lehnte mit Verweis auf Veiters politischen Katholizismus ab, obwohl Veiter seine Verbundenheit zum Nationalsozialismus beteuerte. Nach 1956 arbeitete Veiter als Rechtsanwalt, war unter anderem Professor an der Uni Innsbruck und gründete 1981 in Feldkirch die „Forschungsstelle für Nationalitätenrechte und Regionalismus“. Seine Vergangenheit blieb umstritten. Als sie erstmals öffentlich wurde, wehrte er sich – unter anderem mit einem Gastbeitrag in den VN (siehe Faksimile). Veiter starb 1994 in Feldkirch.

Die Historikerin Brigitte Behal erforschte Veiters Biografie, nachzulesen im Buch „NS-Belastete im Bodensee­raum“, das der deutsche Historiker und Sozialwissenschaftler Wolfgang Proske herausgegeben hat. Veiter ist einer von fünf zufällig ausgewählten Vorarlbergern, die im Buch porträtiert werden, wie Proske erläutert: „Wir haben zum Beispiel Josef Vallaster beschrieben, dessen Fall in Vorarlberg mittlerweile bekannt ist. Aber auch der Schwarzacher Gendarm Alfred Lusser kommt vor. Er war bisher unbekannt.“ Mit der Buchreihe wollen Proske und seine Mitstreiter Biografien in Archiven aufstöbern, die bisher wenig beleuchtet wurden. So widmen sich die Historiker dem Gründer der Kuranstalt Montafon, Edwin Albrich. Er trat 1933 der NSDAP und der SA bei und wurde 1950 zum Schrunser Ehrenbürger ernannt. Auch Adolf Plankensteiners Werdegang beschreiben die Autoren. Plankensteiner war nach dem Anschluss Landeshauptmann und später Kreisleiter von Dornbirn.

Die Kapitel über Vallaster, Lusser, Albrich und Plankensteiner stammen vom Vorarlberger Historiker Wolfgang Weber. Das Buch erschien 2016 und ist der fünfte Band der Reihe „Täter Helfer Trittbrettfahrer“. Im März dieses Jahres erscheint Band 7, „NS-Täter aus Nordbaden“.

Vortrag: „NS-Täter, ihre Helfer und Gefahren in der Gegenwart“, heute, 19 Uhr, Salomon-Sulzer-Saal, Hohenems. Mit Wolfgang Proske und Karl Öllinger.