vorarlberg einst und jetzt. Sturnengasse

26.01.2017 • 17:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
1924
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Bludenz. (spos) Von allen Straßenzügen der Bludenzer Innenstadt ist der Name der Sturnengasse am schwersten zu ergründen. Möglicherweise bietet der Familienname „Sturn“ eine Erklärung: Wenn sich aus dem romanischen Begriff „stuorn“ (bedeutet so viel wie „verrückt, verwirrt, betrunken“) ein Familienname entwickeln konnte, wäre es denkbar, dass man damit auch die Bewohner eines ganzen Straßenzuges bezeichnete, auch wenn das alles andere als schmeichelhaft gewesen wäre.

Dass sich der Name „Sturnengasse“ bis heute halten konnte, hat vielleicht auch einen sozialgeschichtlichen Hintergrund. In diesem Straßenzug, der angesichts des Straßenverlaufs in der Innenstadt seit jeher am ungünstigsten lag, nämlich abseits des Durchzugsverkehrs, ohne Lauben und abseits des Geschäftslebens, wohnten die ärmsten Stadtbewohner. Das geht aus den steuerlichen Abgaben ebenso hervor wie aus einem Vergleich frühester Aufnahmen der Innenstadt: Darauf ist unschwer zu erkennen, dass die Sturnengasse von ihrem äußeren Erscheinungsbild her das unbestritten am stärksten bäuerlich geprägte Stadtviertel darstellt.

2017
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