Acht Männer!

Vorarlberg / 29.01.2017 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Es ist unglaublich: Laut aktuellen Daten der Hilfsorganisation Oxfam besitzen die acht reichsten Männer mehr als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Demnach betrug das Vermögen von Bill Gates, Marc Zuckerberg und sechs weiteren Superreichen im Jahr 2016 mehr als 426 Milliarden US-Dollar, während die ärmere Hälfte der Welt mit nur 409 Milliarden auskommen musste.

 

Armut existiert auch in Österreich. Gemäß dem Armutsbericht der Statistik Austria waren 2015 in Österreich 18 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Vor allem betroffene Jugendliche werden in einer wichtigen Entwicklungsphase gesellschaftlich ausgegrenzt. Die Ausgrenzung wirkt sich auf die Entwicklung eigener Fähigkeiten aus. Sie schränkt junge Menschen darin ein, eigene Chancen auszuloten und sich im Leben zurechtzufinden. Vor allem männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund aus bildungsfernen Familien scheinen der öffentlichen Meinung nach Startnachteile schwer überwinden zu können. Oft besuchen sie die Sonderschule und sind als Erwachsene als Hilfsarbeiter tätig. Sie gelten als Bildungsverlierer, die früh spezifische Förderung benötigen. Für Mädchen ist dieser Rückschluss höchst problematisch, denn der Hinweis auf bessere weibliche Bildungsabschlüsse greift zu kurz. Diese wirken sich auf dem Arbeitsmarkt insgesamt nicht positiv aus. Und Mädchen mit migrantischem oder prekärem Hintergrund gehören ohnehin nicht zu den Bildungsgewinnerinnen. Sie scheinen gesellschaftlich einfach nicht mehr auf.

 

Sicher, Westeuropa gehört nicht zur ärmeren Hälfte der Welt. Wir Menschen führen hier ein vergleichsweise gutes Leben. Es sollte uns jedoch zu denken geben, dass auch bei uns die Konzentration von Reichtum auf einige wenige immer weiter zunimmt. Wenn wir Armut bekämpfen wollen, müssen wir also für Bedingungen sorgen, die Mädchen, Frauen, Jungen und Männer gleichermaßen eigenständig für ihr Leben sorgen lassen. Und das bedeutet eine gerechte Verteilung von Einkommen, Arbeit, Gütern und gesellschaftlichem Einfluss. Für alle Menschen, hier und überall sonst auf der Welt.

Die Ausgrenzung wirkt sich auf die Entwicklung eigener Fähigkeiten aus.

amanda.ruf@vn.at
Amanda Ruf ist Geschäftsführerin des Vereins Amazone.