„Erst Therapie, dann Chirurgie“

Vorarlberg / 29.01.2017 • 20:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch im Urlaub auf Gran Canaria gibt Toni Mathis Sportlern (im Bild Triathlet Michael Ziegler) Tipps für ein besseres Körperbewusstsein. akp
Auch im Urlaub auf Gran Canaria gibt Toni Mathis Sportlern (im Bild Triathlet Michael Ziegler) Tipps für ein besseres Körperbewusstsein. akp

Sportasse aus vielen Bereichen vertrauen auf das Wissen von Toni Mathis.

feldkirch. Ehemalige Weltklasse-Skirennfahrer wie Marc Girardelli oder Paul Accola, die Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell, Keke Rosberg oder Mika Häkkinen – sie und viele mehr vertrauten auf das Know-how des Vorarlberger Sporttherapeuten Toni Mathis. Heute ist der 69-jährige Feldkircher laut eigener Aussage im Fast-Ruhestand und verbringt gerne Zeit mit seinen vier Enkeln.

Der Spezialist bietet maßgeschneiderte Seminare für Firmen, Gruppen und Einzelpersonen an. Zudem steht er dem einzigen Vorarlberger Golfprofi Manuel Trappel und dem Air-Race-Piloten Matthias Dolderer mit Rat und Tat zur Seite. „Mein Job war und ist nicht Arbeit, sondern eine Berufung. Jeder Mensch hat nur eine Gesundheit – dessen sollte man sich täglich bewusst sein.“

An der „Front“

Mit dem zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigardner verbrachte Mathis zwei Monate an der Rennstrecke. „Danach weißt du, ob du für diesen Beruf geeignet bist. Es war wie an der Front, quasi im No-Where. Man konnte zeigen, was man kann. Unser Motto lautete immer ‚Zuerst Therapie, dann Chirurgie‘“, betont er. Der Spezialist war zudem 23 Jahre lang für die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft (DTM) tätig und hat zahlreiche Spitzenpiloten während ihrer Karriere begleitet. Vielen hat er bei schweren Verletzungen geholfen, schnell wieder wettbewerbsfähig zu werden. Der Feldkircher war ihre erste Adresse. Sein Know-how, gepaart mit Erfolgsgarantie, war weit über die Grenzen hinaus bekannt. Mit Verletzungen und Schmerzen kennt sich Mathis aus, hat er doch selbst eine Bandscheibenoperation, drei Schienbeinbrüche, eine Hirnhautentzündung und einen Schädelbasisbruch hinter sich. Seine Erfolgsphilosophie lautet: Einklang von Körper, Geist und Seele. „Der Kopf muss zum Muskel passen. Wer unbeweglich im Kopf ist, der ist stur, und auch seine Muskulatur ist verhärtet und steif. Wer kaum lacht, dem fehlt die fühlige Seite. Wer den Erfolg auf dem Weg der selbstzerstörerischen Art verfolgt, wird scheitern. Nur den Trainingsplan herunterzuspulen reicht nicht. Man muss das Fühlen lernen“, beschreibt er und führt weiter aus: „Es braucht etwas Meditatives, um von der Kraft- in die Gleitbewegung zu kommen.“

Großes Vertrauen

Im Mittelpunkt stand bei Mathis immer der Mensch, nicht der Star. „Ich war ehrlich zu den Athleten und habe mir Zeit genommen. Das Vertrauen war sehr groß. Mir war immer bewusst, dass der Sportler nur eine Karriere hat und dass diese Zeit sehr kurz ist. Ein Weltmeister wird dazu geboren. Er hat keinen anderen Plan und ist total fokussiert. Er brennt dafür“, erklärt Mathis. So wie seine Athleten für den Erfolg, brannte Mathis für seinen Job. „Ich habe sieben Tage pro Woche gearbeitet. Aber es hat auch unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe außergewöhnliche Menschen kennengelernt.“

Legendär waren seine Fitnesswochen in Vorarlberg. „Die Athleten aus verschiedenen Sportarten haben daran teilgenommen. Teil des Programms war immer auch die Europatreppe in Partenen. Nach 1000 Höhenmetern kennst du den Charakter eines Menschen und seine Kondition.“

Mit Hamilton auf der Treppe

Auch Lewis Hamilton war einst als 17-Jähriger dabei. „Er nannte mich einen Mörder, weil er so gelitten hat“, so Mathis. Seine Antwort darauf: „Wenn du Weltmeister werden willst, musst du schneller sein als ich. Exakt ein Jahr später erhielt ich eine Nachricht von ihm, dass er noch einmal 500 Meter höher gestiegen sei und dass jetzt der Speed stimme – und auch der Kopf.“

Mathis musste das ganze Jahr über fit sein. „Ich wusste ja nicht, welche Athleten zu mir kommen, aber ich habe immer gemeinsam mit ihnen trainiert, egal ob Bergläufe, Radfahren oder Schneeschuhlaufen. Ich war eigentlich ein wilder Hund, und der Sport war immer schon mein Leben. Es ging hier um die mentale Stärke. Manche sind nur gekommen, um mich herauszufordern“, ist er überzeugt.

Hamilton nannte mich einen Mörder, weil er so gelitten hat.

Toni Mathis

Zur Person

Toni Mathis

Der Feldkircher Sporttherapeut hat Weltklasseathleten verschiedener Disziplinen begleitet.

Geboren: 10. April 1948

Ausbildung: Sport- und Heilmasseur, Weiterbildungen in APS, Kinesiologie, funktionelle Anatomie, Geomantie, Magnetismus, Schamanismus, Life Kinetik Trainer

Familie: verheiratet, zwei Kinder,
vier Enkelkinder

Homepage: www.toni-mathis.at