„Figo“-Restaurierung geht in die Endphase

Vorarlberg / 30.01.2017 • 18:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug soll bis Mitte des Jahres in neuem Glanz erstrahlen.  Foto: mima
Das Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug soll bis Mitte des Jahres in neuem Glanz erstrahlen.  Foto: mima

Seit sieben Jahren wird das Fahrzeug aus dem Jahre 1926 in Lustenau restauriert.

lustenau. (mima) Im Jahre 2008 wurde in Lustenau die Idee geboren, das in den 1920er-Jahren eingesetzte Feuerwehrfahrzeug zu erwerben und wieder auferstehen zu lassen. Nach langer Suche konnte exakt ein baugleiches Fahrzeug gefunden und nach fast einjähriger Verhandlung im Januar 2010 gekauft werden.

Nur Original-Zubehör

Beim Fahrzeug handelt es sich dabei um einen Austro Fiat, welcher 1926 drei Mal gebaut wurde. Eines dieser Fahrzeuge ging damals nach Lustenau und war somit gleichzeitig das erste automobile Feuerwehrfahrzeug in Vorarlberg. Bei mehr als 220 Einsätzen leistete der „Figo“, wie er im Volksmund genannt wurde, treue Dienste, ehe er beim Hochwassereinsatz 1958 in Bregenz seinen Dienst aufgab. In der Folge wurde das Fahrzeug ausgeschieden und durch ein neues ersetzt.

In Radkersburg konnte dann ein gleiches Feuerwehrfahrzeug gefunden und nach Lustenau geholt werden. Seit Dezember 2010 arbeitet ein Team von Lustenauer Feuerwehrmännern unter der Leitung von Hartwig Sturm daran, das Fahrzeug wieder „auferstehen“ zu lassen. Der Oldtimer wurde bis zum Rahmen zerlegt, originalgetreu wieder aufgebaut und der rückwertige Geräteraum nach Fotos des Lustenauer Fahrzeugs nachgebaut.

Teilweise war dabei die Beschaffung der verschiedenen Teile auch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wie auch Sturm erklärt: „Während einige Teile der Schläuche im Ried ausgegraben wurden, fanden wir die Originalleiter auf einem Bauernhof. Die Teile waren teilweise in ganz Österreich verteilt und mussten mühsam besorgt werden.“

2750 Arbeitsstunden

In den vergangenen Monaten wurden nun die Saugschläuche fertig eingebunden und die Halterungen dafür auf dem Fahrzeug montiert. Der Ring des großen Suchscheinwerfers wurde lackiert und wiederum verglast, der Scheinwerfer elektrifiziert und auf der Halterung angebracht. An einer Seite des Fahrzeugs wurden auch die Leisten des Riffelblechs fertiggestellt.

Mittlerweile haben die freiwilligen Helfer rund 2750 Arbeitsstunden in das Projekt investiert, und mit dem Original-Zubehör wie Schiebeleiter, Saugschläuchen, Schläuchen und Strahlrohren versehen soll der „Figo“ Mitte diesen Jahres im alten Glanz erstrahlen.

„Das Fahrzeug wurde bis zum Rahmen zerlegt und von dort aus wieder originalgetreu aufgebaut. Die Finanzierung erfolgt durch die Kameradschaftskasse der Feuerwehr Lustenau, Sponsoren, Handwerker und Firmen, die das Projekt tatkräftig unterstützen, sowie durch die Marktgemeinde“, erklärt Sturm.

Zertifizierung am 1. Juli

Bis zum Sommer sollen und die Arbeiten fertiggestellt werden. „Am 1. Juli erfolgt die Zertifizierung unserer Automobilspritze als historisches Feuerwehrfahrzeug durch eine Prüfungskommission aus Wien, Oberösterreich und Vorarlberg, und einen Tag später erfolgt die feierliche „In-Dienst-Stellung“ und die Übergabe der Zertifizierungsurkunde für unser Fahrzeug im Rahmen eines großen Oldtimertreffens in Lustenau“, lädt Sturm bereits heute alle Interessierten ein.