Großes Hallo im „Zäwas“ in Bludenz

30.01.2017 • 17:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefan (r.) und Christof nützen gerne den Kicker-Tisch.
Stefan (r.) und Christof nützen gerne den Kicker-Tisch.

Neues Angebot der Caritas öffnet diesen Donnerstag offiziell seine Tore.

Bludenz. (VN-js) „Toooor!“, die Freude bei Stefan ist groß. Er liefert sich mit Walter gerade ein packendes Tischfußball-Match. Gleich daneben flacken Sabine, Johannes, Simon und ihre Freunde gemütlich auf der Couch, während Andreas Gabalier dahinter über die Leinwand tanzt und „Hulapalu“ aus den Boxen dröhnt. Hinter der Bar wird Mitarbeiterin Sabrina Berchtel heute von Simon unterstützt. Er nimmt die Getränkewünsche entgegen und serviert die Drinks dann mit einem breiten Grinsen, „Bitteschön!“.

Neues Leben

Jahrelang waren die Räumlichkeiten des ehemaligen Café Binder in der Kirchgasse 8 leer gestanden. Nach kleinen Adaptionen hat die Caritas das Erdgeschoß des Gebäudes nun wieder mit Leben gefüllt. „Immer mehr Menschen arbeiten auf einem integrativen Arbeitsplatz. Da die meisten von ihnen keine 40-Stunden-Woche haben, haben sie viel Freizeit“, weiß Caritas-Mitarbeiterin Marina Zugg. Aufgrund dieser Tatsache wurden Überlegungen angestellt, diese Löcher in der Wochenstruktur zu füllen. Die Idee des „Zäwas“ war geboren. „Mit diesem Projekt wagen wir uns auf völlig neues Terrain“, gibt die Projektleiterin an, dass es im Land kein vergleichbares Angebot gibt.

Seit gut zwei Wochen hat das „Zäwas“ jeweils von Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Freizeittreff ist ein Angebot für alle, die auf einem integrativen Arbeitsplatz arbeiten und soll diesen Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung bieten. „Einfach ausgedrückt: es ist eine Art Jugendhaus für Menschen mit Behinderung“, umschreibt die Budenzerin das offene Freizeitangebot, bei dem „die Besucher kommen und gehen können, wann sie wollen“.

Thomas ist heute zum ersten Mal zu Gast. Er war vier Jahre lang in der Werkstätte der Caritas tätig. Seit September arbeitet er bei Georg Müller in der gleichnamigen Ideengärtnerei in Thüringen. „Die Arbeit gefällt mir gut. Ich muss Blumen setzen, Pflanzen schneiden, Erde transportieren, …“, beginnt er zu erzählen.

Kursangebote

Neben dem großen Aufenthaltsraum mit Bar, Kickertisch, Videobeamer, Computern, Sitzgelegenheiten und Tischen verfügt das „Zäwas“ auch über einen abgetrennten Kursraum. „Dieser soll künftig für Weiterbildungsangebote in Form von Workshops, Kursen, Ausstellungen und dergleichen genutzt werden“, informiert Zugg. Ziel ist es, ein möglichst buntes Programm anbieten zu können. „Dazu sind natürlich auch alle Bludenzer eingeladen, ihre Ideen bzw. Talente einzubringen“, würde sich Zugg über Input und Mithilfe von außen freuen. „Nächsten Donnerstag findet ein Backkurs statt“, weiß Thomas. „Darauf freue ich mich schon, denn ich backe sehr gerne.“

„Noch hält sich der Zulauf in Grenzen, aber es spricht sich allmählich herum, dass es dieses Angebot hier in der Altstadt gibt“, sagt Sabrina Berchtel. Auch in die offizielle Eröffnung, die diesen Donnerstag, 2. Februar, um 18 Uhr über die Bühne geht, steckt sie diesbezüglich große Hoffnungen. „Wir erwarten viele Gäste, die hoffentlich dann auch in Zukunft immer wieder einmal zu Besuch kommen.“

Thomas (r.) und seine Freunde genießen es, die freien Nachmittage im neuen „Zäwas“ in der Kirchgasse zu verbringen.  Fotos: VN/js
Thomas (r.) und seine Freunde genießen es, die freien Nachmittage im neuen „Zäwas“ in der Kirchgasse zu verbringen.  Fotos: VN/js