Mehr Palliativbetten und ein Hospiz

30.01.2017 • 19:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Dieser Tage beginnen bei zwei wichtigen Projekten die Aus- und Umbauarbeiten.

Hohenems. (VN-mm) Was lange währte, wird jetzt wirklich gut. Fast zeitgleich starten Anfang Februar die Bauarbeiten für zwei besondere Projekte. Im Landeskrankenhaus Hohenems wird die Palliativstation erweitert, im ehemaligen Sanatorium Mehrerau in Bregenz beginnen die Umbauarbeiten zur Einrichtung einer Hospizstation. Sie soll Ende des Jahres eröffnen. Auch die Stelle eines ärztlichen Leiters wurde bereits ausgeschrieben. Die Fertigstellung der Palliativstation ist bis Februar 2018 geplant. Dann wird die Abteilung über insgesamt 16 Betten verfügen.

Expansion ins Obergeschoß

Die Erweiterung der Palliativstation erfolgt durch den Ausbau des darüber liegenden Geschoßes. Zu den bestehenden zehn Betten kommen sechs dazu. Der Umbau erfolgt laut Auskunft der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) in zwei Etappen. Von Februar bis Juli wird das 2. Obergeschoß mit acht Palliativbetten ausgebaut. Dorthin übersiedelt die Abteilung, während das 1. Obergeschoß auf Vordermann gebracht wird. Im Anschluss an die Sanierung, die bis Februar 2018 dauern soll, erfolgt die Inbetriebnahme auch dieses Bereiches. Geplant sind jeweils zwei Zweibett-Zimmer sowie vier Einbett-Zimmer. Die umgebaute Fläche beträgt rund 900 Quadratmeter, die geschätzten Gesamtkosten liegen laut KHBG bei etwa 2,6 Millionen Euro. Der Ausbau wurde notwendig, weil es immer wieder zu längeren Wartezeiten bei der Aufnahme kam. Zuletzt betrugen sie durchschnittlich 5,8 Tage.

Im ehemaligen Sanatorium Mehrerau kann es nach einjähriger Verzögerung mit den Bauarbeiten für das stationäre Hospiz nun ebenfalls losgehen. Insgesamt 1,25 Millionen Euro investiert die Caritas in die Zehnbetten-Station, die Platz auf zwei Etagen findet. Die Hospizbewegung fungiert als Mieter. Die Eröffnung ist Ende des Jahres 2017 vorgesehen. Auch personell ist bereits einiges in Bewegung. Ärztliche Leitung und Pflegedienstleitung sind ausgeschrieben. „Es liegen interessante Bewerbungen vor, und auch Gespräche mit potenziellen Kandidaten werden schon geführt“, bestätigt der Leiter der Hospizbewegung, Karl Bitschnau. Für den Betrieb der Hospizstation sind im Pflegebereich knapp zehn Vollzeitstellen geplant. Dazu kommen Sozialarbeit, Seelsorge und Ehrenamt. Zudem soll in Kooperation mit der Palliativstation in Bregenz ein weiteres mobiles Palliativteam aufgebaut werden.

Basis für Ärztezentrum

Für die Nachnutzung der übrigen Räumlichkeiten im Sanatorium laufen Verhandlungen, die von der betreuenden Immobiliengesellschaft geführt werden. Konkrete Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. „Es wird sicher gute Lösungen geben“, ist Gesundheitslandesrat Christian Bernhard überzeugt. Er wünscht sich nicht nur in Anlehnung an die Hospizstation eine medizinisch-pflegerische Ausgestaltung, etwa mit Physiotherapie und Arztpraxen. Hier könnten seiner Ansicht nach die Voraussetzungen für eine Erstversorgungseinheit geschaffen werden, auch vor dem Hintergrund, dass das neue Koalitionspapier der Bundesregierung nun sogar fachärztliche Zentren in Aussicht stellt. Noch fehlt jedoch für beides die gesetzliche Basis.

Es werden schon Gespräche mit Kandidaten geführt.

Karl Bitschnau