Alberschwende nimmt es mit dem Verkehr auf

Vorarlberg / 31.01.2017 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Land und Gemeinde präsentierten Ergebnisse des Planungsverfahrens.

Alberschwende. (VN-ger) Ende 2010 wurde unter der Federführung des Landes ein konsensorientiertes Planungsverfahren eingeleitet. Im Herbst 2015 erfolgte der Startschuss für den Planungsprozess „Verkehrslösung Alberschwende“. Seit Februar 2016 hatten die Alberschwender bei zwei Bürgerveranstaltungen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen bei den Verantwortlichen zu deponieren; gleichzeitig wurde die Planungsgruppe um sechs Bürger erweitert. Am Dienstagabend stand nun die Präsentation der Ergebnisse auf dem Programm.

Die wichtigsten Maßnahmen beinhalten neben der Ortskerngestaltung, dem Umbau der Kreuzung in Müselbach und der Verlegung der Bucherstraße in Richtung Osten insbesondere eine Umfahrungslösung für die Vorderwälder Gemeinde. „Dabei geht es in erster Linie um Korridore, in denen mögliche Umfahrungsvarianten entstehen können“, erläutert Jörg Zimmermann, Projektleiter des Landes. Und das hat einen Grund: Im Rahmen der durch eine EU-Richtlinie vorgesehenen Strategischen Umweltprüfung (SUP) muss laut Zimmermann ein Korridor bestimmt werden, in dem eine Straße möglich ist. Fiele die Wahl beispielsweise auf Korridor eins, wären die Varianten eins, zwei, drei (derzeit noch „gedachte Linien“) oder eine Kombination daraus möglich. Innerhalb von Korridor zwei verlaufen die Varianten eins und zwei und bei Korridor drei die Varianten zwei und fünf. „Mit den untersuchten Umfahrungsvarianten ist eine starke Entlastung von rund 80 Prozent der Anwohner entlang der L 200 möglich“, sagt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser.

Beschluss und Auftrag

Wie es nun weitergeht? Zunächst muss die Alberschwender Gemeindevertretung die Planungsergebnisse beschließen und dem Land den Auftrag für die SUP erteilen. Steht das Ergebnis für eine Korridorentscheidung fest, könnten im Anschluss daran die ersten Detailplanungen für die Dorfplatzgestaltung eingeleitet und mit der Verschiebung der Kreuzung und der Errichtung einer Ampel in Müselbach begonnen werden.

Doch gut Ding braucht bekanntlich Weile. Während in Müselbach mit dem Erlass einer 50-km/h-Beschränkung die ersten Schritte bereits erfolgt sind und laut Plan in spätestens fünf Jahren mit dem Kreuzungsumbau begonnen werden kann, dürfte es bis zur Umsetzung einer Umfahrung noch ein weiter Weg sein.

Beim Land geht man derzeit von einem Baubeginn in den nächsten zehn bis 20 Jahren aus. Die prognostizierten Kosten liegen bei rund 54 Millionen Euro. Wichtig bei der Umsetzung sei daher, so Zimmermann, dass die Umfahrung aus Kostengründen in Etappen umgesetzt werden kann.

Bei der Umfahrung geht es in erster Linie um Korridore.

Jörg Zimmermann