Entwarnung bei TBC bleibt aus

Vorarlberg / 31.01.2017 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erneut positive TBC-Tests: fünf Betriebe im Montafon und im Klostertal sind gesperrt. Foto: L. Berchtold
Erneut positive TBC-Tests: fünf Betriebe im Montafon und im Klostertal sind gesperrt. Foto: L. Berchtold

Fünf Betriebssperren: Weitere Verdachtsfälle im Montafon und im Klostertal.

Bregenz. (VN-mig) Wieder müssen Rinderbetriebe in den besonders gefährdeten Gebieten Klostertal und Montafon wegen Verdachts auf die Tierseuche TBC gesperrt werden. Landesveterinär Norbert Greber (51) bestätigte gestern entsprechende VN-Informationen. In fünf Betrieben gab es nach ersten Untersuchungen einen Verdacht, je ein Tier der betroffenen Ställe wurde diagnostisch getötet. In zumindest drei Fällen konnte der TBC-Erreger im Schnelltest nachgewiesen werden. Zwei Befunde waren nach der Untersuchung der Organe negativ, teilte das Land in einer Aussendung mit. Weitere Tests stehen an, noch für Wochen bleiben alle fünf betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe für den Viehverkehr gesperrt.

Schon Anfang Jänner war ein erster Verdachtsfall bekannt geworden. Auf einem Hof mit Mutterkuhhaltung im Silbertal wurde ein Tier positiv auf TBC getestet. Eine Verbindung zu den neuen Fällen gibt es aber offenbar nicht. Die Tiere seien weder auf der gleichen Alpe gewesen, noch habe ein Viehaustausch stattgefunden, erklärt Greber.

Mit den neuen Fällen rückt eine Entwarnung bei TBC in weite Ferne. 9000 Tiere, so sehen es die Pläne des Landes vor, sollten nach der Alpsaison untersucht werden. Rund die Hälfte der Tests ist bereits durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr falle die Zwischenbilanz dennoch besser aus, so der Landesveterinär, der allerdings einem endgültigen Ergebnis nicht vorgreifen will.

Untersucht werden die gesamten Bestände in den TBC-Kerngebieten sowie Tiere, die dort gesömmert wurden. Auch Rinder im Kleinwalsertal, in Warth sowie Vorarlberger Alpvieh im Allgäu müssen auf die Tierseuche getestet werden.

Rotwild gilt als Überträger der Krankheit auf das Alp­vieh. Land und Behörden haben einen ambitionierten Abschussplan für das TBC-Kerngebiet festgelegt. Ziel ist es, die Bestände drastisch zu reduzieren. Alleine im Klostertal sollten in der bis 31. März laufenden Jagdsaison 110 Stück Rotwild erlegt werden, für das Silbertal liegt die Vorgabe bei 600 Tieren. „Im Klostertal ist das Soll nicht nur erreicht, sondern übererfüllt. Und im Silbertal fehlen nur rund 40 Stück“, kennt Greber die jüngsten Zahlen. Die Wildreduktion werde aber nicht mit einem Jahr erreicht sein. „Ich denke, das ist der richtige Weg, den wir weiterführen müssen“, so Greber.

Wir haben nicht damit gerechnet, dass es gar keine Fälle gibt.

Norbert Greber

Rinder-TBC

Die Infektionskrankheit Rinder-Tuberkulose wird durch das Bakterium „Mycobacterium bovis“ verursacht. Von Rind zu Rind kann es durch Einatmen oder ausgehustete Tröpfchen übertragen werden. Eine Übertragung auf den Menschen ist höchst unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Das größte Risiko geht von erregerhaltiger Rohmilch aus.