Erfreuliches an jedem Tag

Vorarlberg / 31.01.2017 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elmar Simma schreibt über das große Glück. Foto: VN/Steurer
Elmar Simma schreibt über das große Glück. Foto: VN/Steurer

Pfarrer Elmar Simma zeigt in seinem neuen Buch, dass es im Leben auf die kleinen Dinge ankommt.

Rankweil. (VN-kum) Offiziell ist Elmar Simma in Rente. Aber der Toni-Russ-Preis-Träger und pensionierte Caritas-Seelsorger hat immer noch einen vollen Terminkalender. Der 78-Jährige traut nach wie vor Paare, gestaltet Trauerfeiern und begleitet Sterbende. „,Du musst dich einbremsen‘, sagen die Leute. Aber das ist nicht so einfach, weil es Menschen gibt, die mich brauchen.“ In der spärlichen Freizeit geht der Pfarrer gerne Skifahren oder Wandern. Er ist dankbar, dass er in seinem Alter noch Sport betreiben kann. Mit dem Alter wurde seine Dankbarkeit größer. Denn: „Im Leben ist alles geschenkt und nichts selbstverständlich.“ Auch dass er noch fähig ist, Bücher zu schreiben, stimmt ihn dankbar. „Ich habe schon in der Schule gerne Aufsätze verfasst“, erinnert sich Simma. Später, als Priester, bereitete es ihm ebenfalls keine Mühe, Predigten für Gottesdienste oder Beiträge für Anlässe zu schreiben. „Im Laufe der Jahre sammelten sich die Texte an. Ich stand vor der Frage: wegwerfen oder veröffentlichen.“ Simma entschied sich für Letzteres. „Ich habe die Maische der täglichen Gedanken destilliert und die Essenz herausgebracht.“ Demnächst stellt der Seelsorger sein dreizehntes Buch der Öffentlichkeit vor. In „Dem Leben zulächeln – von der Kunst, den Tag zu loben“, zeigt er anhand von persönlichen Erlebnissen auf, dass das Leben nicht nur leidvoll ist, sondern auch helle Seiten hat, und jeder Tag auch erfreuliche Dinge mit sich bringt. „Man muss sie nur wahrnehmen.“

Warten auf das große Glück

Viele Menschen würden auf das ganz große Glück warten. „Aber es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt.“ Ihm fallen dazu ein: die Liebenswürdigkeiten von Kollegen, der Anblick der verschneiten Berge, der Dank eines Mannes, der ihm eine Flasche Wein geschenkt hat. Das Leben hat für Simma viele schöne Seiten. Der Pfarrer liebt die Natur und gutes Essen. Er schätzt es, mit lieben Menschen zusammen zu sein, mag aber auch die Stille und das Alleinsein. All dies trägt zu seiner bejahenden Lebenseinstellung bei. Simma ist der Meinung, dass das positive Lebensgefühl das Dunkle erträglich macht. „Deshalb sollten wir den ,Wolf der Zuversicht‘ in uns füttern.“ Wer wie der Rankweiler auf den 80er zugeht, kennt auch die düsteren Seiten des Lebens. Es hat auch ihm Wunden geschlagen. „Es gab Todesfälle in der Familie, Sorgen, Ärger und kleinere Operationen. Aber von großen Schicksalsschlägen bin ich zum Glück verschont geblieben“, ist der Priester froh. Aber sein Beruf als Seelsorger konfrontiert ihn häufig mit schwerkranken oder sterbenden Menschen. Unter anderem ist es Simma zu verdanken, dass in Vorarlberg eine Hospizbewegung entstand. „Ich spürte, dass in der Betreuung von Schwerkranken und Sterbenden Defizite da waren. Darum habe ich mich für eine gute Palliativversorgung eingesetzt.“ Dass Ende dieses Jahres in Bregenz ein stationäres Hospiz eröffnet wird, macht ihn froh. „Damit erfüllt sich für mich ein lang gehegter Wunsch. Wenn das Hospiz da ist, kann auch ich in Frieden scheiden“, meint er nicht wirklich ernsthaft. Denn der Priester denkt noch nicht ans Sterben. Vielmehr möchte er im Hospiz am See mitarbeiten.  

Viele Menschen warten auf das ganz große Glück. Aber es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt.

Elmar Simma

Buchpräsentation: Bregenz, 6. 2., 18.30 Uhr, Arche Buchhandlung; Rankweil, 9. 2., 18 Uhr, Vinomnasaal