Bei der Jugend ist Sparen angesagt

Vorarlberg / 03.02.2017 • 19:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sophia Wallner, Vanessa Kranjec, Nadine Lins und Lisa Bitschnau haben 600 Jugendliche befragt.  Foto: doh
Sophia Wallner, Vanessa Kranjec, Nadine Lins und Lisa Bitschnau haben 600 Jugendliche befragt. Foto: doh

Schülerinnen der HLW Rankweil widmen Diplomarbeit den Finanzen der Gleichaltrigen.

Rankweil. „Geld ausgeben ist in. Besitz und Konsum sind wichtige Faktoren in unserer Gesellschaft“, diese Feststellung war einer der Ausgangspunkte für vier Schülerinnen der HLW Rankweil für ihre Diplomarbeit. Unterstützt von der IfS-Schuldenberatung arbeiteten Lisa Bitschnau (19), Vanessa Kranjec (19), Nadine Lins (18) und Sophia Wallner (18) seit September am Projekt „Youth in debts – vom Soll ins Haben“. Dafür haben sie knapp 600 Schüler und Lehrlinge über den Umgang mit Geld und ihr Konsumverhalten befragt. „Wir wollten uns, einem Thema widmen, das unsere Generation betrifft. Einerseits interessierte uns wofür Jugendliche ihr Geld ausgeben, und zudem wussten wir, dass die Kontrolle über die Finanzen nicht allen leichtfällt“, so Sophia Wallner.

Das Taschengeld spielt beim Umgang mit Geld eine bedeutende Rolle. Der Umfrage nach erhalten 16- bis 17-Jährige im Durchschnitt einen Betrag von etwa 56 Euro pro Monat. Bei den 18- bis 19-Jährigen gibt es zwischen den Geschlechtern einen deutlichen Unterschied. So erhalten Buben mit rund 169 Euro durchschnittlich deutlich mehr Taschengeld als Mädchen (73 Euro). Überrascht waren alle vier Schülerinnen davon, dass das meiste Geld für Essen ausgegeben wird. An zweiter Stelle folgt das Ausgehen.

Barzahlung klar vorn

Das Sprichwort „nur Bares ist Wahres“ wird von der Studie der Schülerinnen bestätigt. Denn 70 Prozent ziehen die Bargeldzahlung der Bankomatkarte vor. Nicht erwartet haben die HLW-Schülerinnen das Ergebnis in Sachen Online-Shopping: „Wir sind davon ausgegangen, dass Mädchen öfters im Internet shoppen. Die Auswertung zeigte aber ein anderes Bild. Jungs kaufen im Schnitt um zehn Prozent öfters als Mädchen online ein“, erklärte Nadine Lins.

Sparen wichtig für Jugend

Ein zentrales Thema war auch die Kontrolle über die Finanzen. Der Großteil der Befragten (82 Prozent) hat keine Schulden. Jeder Zehnte sei aber mit über 50 Euro bei jemandem im Rückstand. Auch deshalb hält die IfS-Schuldenberatung Workshops wie den Finanzführerschein ab. „Die Befragung liefert uns wichtige Erkenntnisse über die Einstellung der jungen Menschen. Diese lassen wir in unsere Schuldenpräventionsarbeit einfließen“, so Geschäftsführer Peter Kopf. Die Tugend des Sparens wird aber auch bei den Jungen hoch gehandelt. Für 90 Prozent ist es besonders wichtig. Führerschein, Moped oder Reisen sind Gründe dafür. Für die Autorinnen hat das Sparen auch einen hohen Stellenwert. Denn nach der Matura geht es an die Uni und in eine eigene Wohnung.

Umfrageergebnis

» 89 Prozent der Jugendlichen haben angegeben, dass sie viel Wert aufs Sparen legen.

» 70 Prozent der Befragten bevorzugen die Barzahlung.

» 37 Prozent der Schüler und Lehrlinge gaben an, dass es normal
ist, Schulden zu haben.

» 98 Prozent sagen, dass Schulden auch zurückbezahlt werden müssen.

» 43 Prozent der 18- und 19-Jährigen sparen für eine Reise.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.