Eine Bluttat im Drogenrausch

Vorarlberg / 07.02.2017 • 22:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Verdächtige wurde kurz nach der Tat vom Einsatzkommando Cobra festgenommen – er ist geständig.  Foto: VOL.At/madlener
Der Verdächtige wurde kurz nach der Tat vom Einsatzkommando Cobra festgenommen – er ist geständig. Foto: VOL.At/madlener

Hintergründe des Frauenmordes in Bregenz inzwischen großteils geklärt.

Bregenz. Mit zahlreichen Messerstichen fügte der 34-jährige Mann einer 65-jährigen Bregenzerin am vergangenen Montagabend in ihrer Wohnung in der Arlbergstraße so schwere Verletzungen zu, dass sie noch am Tatort verstarb (die VN berichteten). Danach flüchtete der mutmaßliche Täter, laut Polizei ein Österreicher mit Migrationshintergrund, in seine nahegelegene Wohnung. Dort klickten schon kurz darauf die Handschellen. „Sofortige Ermittlungsmaßnahmen“ der Polizei hatten zu seiner umgehenden Ausforschung geführt, informierte am Dienstag Michael Beyrer, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts.

Großteils geständig

Erst die Einvernahme des großteils geständigen Verdächtigen fügte dann schließlich das Puzzle zusammen, aus dem die Ermittler ein Bild über Motiv und Hintergrund der Tat gewinnen konnten. Beyrer formulierte es so: „Es herrschten zwischen den beiden Unstimmigkeiten im Rahmen eines Suchtgiftmittelkaufs.“ Also ein Verbrechen im Drogenmilieu. In der Tat war das 65-jährige weibliche Opfer bei der Polizei bereits amtsbekannt als Drogendealerin „in kleinerem Umfang“ und selbst süchtig. Auch der 34-jährige mutmaßliche Täter war den Fahndern kein Unbekannter und ebenfalls Konsument. Es ging dabei hauptsächlich um Kokain, sagte Chefermittler Norbert Schwendinger.

So gestand der Tatverdächtige, seinem späteren Opfer bereits am Montagmorgen einen Besuch abgestattet zu haben. Er erwarb bei der Frau Drogen und konsumierte sie tagsüber. Am späten Nachmittag benötigte er dann weiteren Nachschub. Er begab sich erneut zur 65-Jährigen, doch diesmal kam es zu keinem Deal, sondern zu einer tödlichen Auseinandersetzung.

„Nur gewehrt“

Zunächst entflammte ein Streit zwischen den beiden, der schließlich eskalieren sollte. Der 34-Jährige griff zu einem Klappmesser und stach damit mehrmals auf die Frau ein. Er behauptete bei der Einvernahme, dass er von seinem Opfer angegriffen worden sei und sich eigentlich nur gewehrt habe. Jedenfalls scheint klar zu sein, dass er die Tat im Drogenrausch beging. Auch bei seiner Einvernahme am Tag danach war er laut Schwendinger sogar noch spürbar beeinträchtigt.

Keine Erklärung für Brand

Wie berichtet, hatte der Mann nach der Tat in der Wohnung einen Kleinbrand gelegt. Doch warum er das tat, dafür habe er bei seiner Einvernahme laut Schwendinger keine Erklärung gehabt. Der Brand war von einem Hausbewohner bemerkt, mit einem Feuerlöscher bekämpft und anschließend von der Feuerwehr gelöscht worden.

Die Einvernahme des mutmaßlichen Täters ist noch im Gange. Die Obduktion des Opfers findet am heutigen Mittwoch in Innsbruck statt. Über die Untersuchungshaft werden nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen die Staatsanwaltschaft Feldkirch und das Landesgericht entscheiden.

Es herrschten zwischen den beiden Unstimmigkeiten im Rahmen eines Suchtgiftmittelkaufs.

Michael Beyrer