Triftanlage an Frutz soll erhalten bleiben

Vorarlberg / 07.02.2017 • 17:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unter anderem soll bis 2020 auch der frühere Rechen der Triftanlage in Rankweil beim Muntliger Steg erneuert werden.  Foto: Gemeinde
Unter anderem soll bis 2020 auch der frühere Rechen der Triftanlage in Rankweil beim Muntliger Steg erneuert werden. Foto: Gemeinde

Rankweil will österreichweit einzigartiges Andenken an das Holzflößen revitalisieren.

Rankweil. (VN-doh) Sie ist ein ganz besonderes Kulturgut der Marktgemeinde Rankweil: die Triftanlage an der Frutz. Die Errichtung von Klausen zur Holztriftung ist seit dem Mittelalter bekannt, jedoch waren die zugehörigen Bauwerke durchwegs aus Holz errichtet und hatten eine dementsprechend kurze Lebensdauer. An der Frutz wird das Recht auf das Holzflößen in einer Urkunde aus dem Jahr 1600 bestätigt. Die in Rankweil erhaltene Triftanlage stammt vermutlich aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert. Die einzelnen Bauten der Anlage an der Frutz und ihre Funktionsweisen sind aufgrund der vorhandenen Teile noch immer nachvollziehbar, was das Bauwerk österreichweit einzigartig macht. Die Triftanlage diente vor allem dem Transport von ungebündeltem Rohholz auf dem Wasser. Lange Zeit konnte die waldreiche Umgebung Rankweils aufgrund fehlender Zufahrtswege nur durch den flözbaren Wildbach Frutz bewirtschaftet werden. Zudem war Wasser das einfachste und kostengünstigste Transportmittel.

Vereinsgründung

Nach einer Erstsanierung in den 1990er-Jahren haben nun wesentliche Elemente (Läden, Rechen) stark gelitten und sind dem Verfall nahe. Zudem gibt es im eigentlichen Triftgelände eine starke Verbuschung. Eine Gruppe Freiwilliger setzt sich nun dafür ein, das Triftgelände zu erhalten. Dazu wurde im September 2015 der Verein „KulturGut Trift“ gegründet. Der Verein kümmert sich um sämtliche Arbeiten und die notwendigen Behördenverfahren, welche zur Revitalisierung erforderlich sind.

Unterstützt wird der Erhalt von der Marktgemeinde Rankweil. Rund 80.000 Euro sollen in die Revitalisierung der Anlage investiert werden. Noch im Februar werden die Arbeiten beginnen. Die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch hat bereits grünes Licht für das Entfernen standortfremder Bäume auf dem Triftgelände gegeben. „Die Arbeiten beginnen in den nächsten Tagen, noch rechtzeitig vor der Vogelbrut. Wir legen Wert darauf, den Baumbestand möglichst zu schonen. Besonders wichtig ist für uns, dass zwei alte Weidenbäume beim Muntliger Steg erhalten bleiben“, sagt Josef Bechtold vom Verein „KulturGut Trift“.

Neuanlage des Rundwegs

Ebenfalls noch im Frühjahr 2017 wird ein neuer Rundweg angelegt. Dazu gehören eine neue Wegführung ebenso wie der Einsatz moderner Lehrsysteme, um Schülern das Wissen über die Arbeit an der Triftanlage als Relikt einer verflossenen Arbeitswelt näherzubringen. Über die Hälfte der für 2017 veranschlagten Kosten werden als Projekt der Leader-Region Vorderland-Walgau-Bludenz gefördert.

Schau-Flözen

Bis zum Jahr 2020 sind weitere Maßnahmen geplant: Die Sanierung der sogenannten Läden (Bauwerke zur Regulierung von Wasser), die Entfernung von altem Schüttmaterial und die Erneuerung des desolaten Rechens am Muntliger Steg. Eine langfristige Überlegung ist zudem, bei entsprechender Wasserführung Schau-Flözen durchzuführen. Das Triftgelände könnte außerdem bald unter Denkmalschutz gestellt werden. „Die Triftanlage ist ein anschauliches und seltenes Dokument der Holzbringung und somit der Wirtschaftsgeschichte Vorarlbergs und Österreichs“, heißt es im Sachverständigengutachten des Denkmalamts.

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