Auf ein Neues bei der Höllbrücke

Vorarlberg / 08.02.2017 • 18:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch herrscht Stillstand, aber schon bald kehrt auf der Baustelle an der Litz wieder Leben ein.   Foto: VN/RB
Noch herrscht Stillstand, aber schon bald kehrt auf der Baustelle an der Litz wieder Leben ein.   Foto: VN/RB

Neuerliche Bauvergabe erfolgt, Arbeiten laufen bereits Mitte Februar wieder an.

Schruns, Bartholomäberg. Seit Juli herrscht auf der Brücken-Baustelle an der Grenze zwischen Schruns und Bartholomäberg Stillstand. Nun geht es wieder weiter. Endlich. Das infolge eines gravierenden Berechnungsfehlers im Sommer 2016 gestoppte Bauprojekt Litzbrücke, die VN hatten mehrfach berichtet, geht nun in die zweite und hoffentlich letzte Runde. Mitte Februar, so die Information seitens des Abteilungsvorstands des Landesstraßenbauamts, Gerhard Schnitzer, werden die Arbeiten am Bauwerk an der Silbertaler Straße (L 95) neuerlich aufgenommen. „Die entsprechende Bauvergabe wurde jetzt an die Arbeitsgemeinschaft Jäger Bau und Wilhelm+Mayer Bau erteilt“, so Schnitzer.

Fertigstellung im Juli

Im Zuge des Neuanfangs wird zunächst mit dem Sichern des im Volksmund auch als Höllbrücke bezeichneten Bauwerks begonnen. „Um die Brücke langfristig zu stabilisieren, müssen vier Anker gesetzt werden“, erklärt Schnitzer die Vorgehensweise. Anfang März wird dann mit dem Abtrag des Tragwerks begonnen, ehe man Ende April mit dem Wiederaufbau der Brücke beginnen kann. „Der Bauplan sieht vor, dass wir die Brücke im Juli wieder für den Verkehr freigeben können“, ist Schnitzer optimistisch, den neuen Zeitplan einhalten zu können. Die abschließenden Restarbeiten, die unter anderem das Abtragen der Behelfsbrücke beinhalten, sollen bis August erledigt werden. „Spätestens dann ist auf dem Weg ins Silbertal mit keinerlei Einschränkungen mehr zu rechnen“, sagt der Abteilungsleiter.

Einzigartiger Fauxpas

Die Arbeiten an der neuen Brücke waren im Vorjahr zunächst planmäßig vorangeschritten. Nachmessungen hatten jedoch ergeben, dass dem vom Land beauftragten Ingenieursbüro ein folgenschwerer Berechnungsfehler unterlaufen war. Die Konsequenz daraus war gravierend. Nach sofortigem Baustopp und langer Ungewissheit, wie es mit dem Bauprojekt weitergeht, stand im August schließlich fest: Das Tragwerk der Brücke muss komplett abgerissen und neu aufgebaut werden. Ein Schock für alle Beteiligten. „Ein einzigartiger Fall, den es so in Vorarlberg noch nie gegeben hat“, kommentierte Schnitzer damals den außergewöhnlichen Umstand.

Die Schadenssumme beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro, genau die Hälfte des ursprünglich mit 2,8 Millionen Euro budgetierten Projekts. Wie bereits berichtet, deckt die Versicherung den kompletten Schaden ab, womit für das Land keine Zusatzkosten entstehen. Die Verärgerung in der Bevölkerung über die Bauverzögerung von knapp einem Jahr wird aber wohl erst nach der Fertigstellung im Sommer völlig verfliegen.

Ab Juli soll der Verkehr nach Silbertal über die neue Brücke rollen.

Gerhard Schnitzer

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.