Meinrad Pichler

Kommentar

Meinrad Pichler

Die Gehilfen

Vorarlberg / 08.02.2017 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Donald Trump ist nur die Spitze des Eisbergs. Im trüben Wasser unter ihm hat sich in den letzten Jahren ein mächtiger ideologischer Klumpen gebildet, der sich Alt-Right Bewegung (Alternative Rechte) nennt, aus bekannten Zutaten besteht und von Leuten von Trumps Schlag zusammengehalten wird. Gemeinsame Klammer der Alt-Rechten (AR) Gruppierungen bildet die Angst, dass die Vorherrschaft der weißen Männer durch Frauen, Zuwanderer, Schwarze, Schwule und Juden bedroht werde. Die „political correctness“ diene zur Disziplinierung all jener, die diesen Zustand beim Namen nennen wollen. Die AR trete für die Werte ein, die vom politischen Establishment, auch von der Republikanischen Partei, verraten worden seien. Bedeutendstes Sprachrohr der Bewegung ist die Internetplattform „Breitbart News“. Deren Chef Steve Bannon wurde nun als Chefstratege ins Weiße Haus geholt. Mit seinem Meister verbinden ihn nicht nur polterndes Auftreten und krause Weltsicht, sondern auch biografische Wegmarken: Er hat mehrere Scheidungen hinter sich, war wegen häuslicher Gewalt angeklagt, verbrachte mehrere Lehrjahre in der Geldgiftküche von Goldman Sachs und verkaufte Immobilien, bevor er ins Medienbusiness einzog.

Als Chef von Breitbart News trat er selbst als Hetzer auf und hielt sich zudem ein paar Kettenhunde, die er bei Bedarf von der Leine ließ. Einer davon widmet sich den Frauen mit Feststellungen wie Verhütungsmittel würden Frauen unattraktiv und verrückt machen; oder: Frauen, die in Internetforen beleidigt würden, sollten sich nicht aufregen, sondern einfach ausloggen; oder noch besser: Frauen seien in technischen Berufen nicht deshalb unterrepräsentiert, weil die Arbeitgeber sie nicht wollen, sondern weil sie schlicht zu dumm für die Aufnahmetests seien.

Bannon selbst hat seine politischen Maximen mehrfach öffentlich gemacht: Man müsse in der Bevölkerung Angst und Ärger schüren, damit sie zu Taten schreite. Oder: An der Basis sei der Hass zu schüren, damit diese ihre Aufgabe erkenne. Oder: Lenin habe den vorgefundenen Staat zerstört, und das sei auch sein Ziel. Außenpolitisch hat er für die nächsten fünf bis zehn Jahre einen Krieg mit China angekündigt.

Das also ist die politische Nährlösung, aus der sich ein Präsident Trump herauskristalliseren konnte. Mithilfe brauner Alchimisten, die das Licht der Aufklärung scheuen und auf den Schwindel setzen, die goldene Zeiten verheißen, aber das Desaster programmieren.

Außenpolitisch hat er für die nächsten fünf bis zehn Jahre einen Krieg mit China angekündigt.

meinrad.pichler@vn.at
Meinrad Pichler ist Historiker und pensionierter Gymnasialdirektor.

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