Unscheinbare Kapelle mit langer Geschichte

Vorarlberg / 09.02.2017 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf der Tafel unter dem Vordach der Kapelle  ist die Legende des heiligen Loys beschrieben. Foto: doh
Auf der Tafel unter dem Vordach der Kapelle  ist die Legende des heiligen Loys beschrieben. Foto: doh

Seit 1648 steht St. Loy Kapelle zwischen Götzis und Arbogast.

Götzis. (VN-doh) An der Landesstraße zwischen Götzis und Arbogast steht unter der Ruine Montfort die St. Loy-Kapelle. Loy, der auch Eligius genannt wird, wurde im Jahr 590 bei Limoges in Frankreich geboren. Die Legende des Heiligen wird auf der trapezförmigen Tafel unter dem Vordach der Kapelle beschrieben. Der Goldschmied Loy nahm mit seinem Messer dem Leitpferd seines Königs Dagobert einen Fuß nach dem anderen ab und beschlug sie, wie der König wünschte mit Silber. Danach setzte er die Füße wieder an, die so gesund wie vorher waren. Loy oder auch Eligius wird als Patron der Goldarbeiter und Schmiede hoch verehrt, aber auch von Bauern bei Pferdekrankheiten angerufen. Dass eine Kapelle gerade bei Götzis Loy geweiht ist, lässt sich damit erklären, dass König Dagobert sehr reiselustig war und möglicherweise um 633 die Umgebung Vorarlbergs bereiste. St. Loy könnte sich in seinem Gefolge befunden haben. In Vorarlberg gibt es auch in Bings, Bludenz, Frastanz, Nenzing und Schlins Stätten, die dem heiligen Loy geweiht sind.

Die Kapelle wurde am Ende des Dreißigjährigen Krieges in Jahr 1648 in ihrer heutigen Form erbaut. Der Stifter des Kirchleins ist unbekannt. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass bereits davor ein Bildstock an den Pferdepatron erinnerte, da für die Reisenden hier eine unwegsame Gegend begann. Aus dem Jahr 1648 stammt auch die Figurengruppe. Sie zeigt den heiligen Loy, wie er ein Pferd beschlägt, neben ihm steht ein Ritter. Aufgrund des Altertumswerts der Figuren wurden 1986 von Siegried Fulterer aus Hohenems Kopien angefertigt, die heute in der Kapelle stehen. Die Originale sind im Besitz der Marktgemeinde Götzis.

Quelle: Götzner Heimatbuch. Die Kirchen und Kapellen von Götzis.

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