Schwarzer Pkw wurde für Hund zu einem qualvollen Backofen

Vorarlberg / 10.02.2017 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Malteserhündchen wurde nach einer halben Stunde aus dem Auto befreit, mit Wasser versorgt und in der Dornbirner Ache abgekühlt.
Das Malteserhündchen wurde nach einer halben Stunde aus dem Auto befreit, mit Wasser versorgt und in der Dornbirner Ache abgekühlt.

Vergehen der Tierquälerei bringt 29-jährige Hausfrau und Mutter vor Gericht.

Feldkirch. An jenem Hochsommertag Mitte Juli herrschte strahlend blauer Himmel, die Sonne schien so prall wie selten, sehr zur Freude der Gäste eines Dornbirner Schwimmbads und sehr zur Qual eines Malteserhündchens. Der putzige Vierbeiner schmachtete in einer Transportbox im Auto seiner Besitzerin. Draußen brütete die Hitze mit mehr als 30 Grad. Im schwarzen Pkw erreichte die stickige Luft Backofentemperatur.

Die Tortur währte schon eine halbe Stunde, ehe die Rettung in Person eines aufmerksamen Straßenaufsichtsorgans auf das leidende Hündchen aufmerksam wurde. Alarmierte Polizeibeamte ermittelten sogleich die Identität der Autobesitzerin und gingen recht in der Annahme, dass sich die Frau im nahe gelegenen Schwimmbad befand.

Kurz vor Herzstillstand

Sie wurde ausgerufen. Zurück beim Pkw, befreite sie den Malteser, er wurde mit Wasser versorgt und in der Dornbirner Ache abgekühlt. Das niedliche Tierchen war kurz vor dem Herzstillstand gestanden. Eine kalte Dusche wartete sogleich auch aufs Frauchen. Anzeige wegen Vergehens der Tierquälerei, dann Verhandlungstermin am Landesgericht Feldkirch.

Beim Prozess ringt die Hausfrau und dreifache Mutter zunächst mit dem Bewusstsein ihrer damaligen Verantwortung. Bereits vor der Polizei hatte sie behauptet, nicht zu wissen, dass Hunde nicht schwitzen können. Außerdem habe sie damals nur schnell ihre Kinder zur Schwägerin ins Schwimmbad gebracht. „Aber vom Parkplatz bis zum Schwimmbad und retour dauert es zu Fuß 15 bis 20 Minuten“, sagt sie. Aber mindestens eine halbe Stunde, wie der Vorwurf laute, könne es nicht gewesen sein.

Doch Richterin Sabrina Tagwercher bohrt weiter, redet der 29-Jährigen ins Gewissen: „So ein kleines Tier bei einer solchen Hitze allein im Auto: Glauben Sie nicht, dass das ein Problem werden könnte?“

Jetzt nickt die Angesprochene nachdenklich. „Ja, das war sicherlich nicht gut. Aber damals habe ich jedenfalls nicht daran gedacht, dass es ein Problem ist.“

250 Euro Diversion

Doch erst als die Beschuldigte versichert, dass ein Wiederholungsfall ausgeschlossen ist, bietet die Richterin eine Diversion (außergerichtlicher Tatausgleich) an, um eine Verurteilung zu verhindern: „Zahlen Sie ans Gericht 250 Euro Pauschalkosten, dann ist die Sache erledigt. Aber zahlen Sie, sonst kommt es zu einer Verurteilung.“ Die 29-Jährige sichert reumütig zu, der Anweisung pünktlich Folge zu leisten.

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