Nun doch mehr Geld für Vorbereitung

Vorarlberg / 13.02.2017 • 19:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Malen ist eine Lieblingsbeschäftigung der Kleinen. Da können sie ihrem Eifer freien Lauf lassen. Hauptsache, es macht Spaß. Fotos: stiplovsek
Malen ist eine Lieblingsbeschäftigung der Kleinen. Da können sie ihrem Eifer freien Lauf lassen. Hauptsache, es macht Spaß. Fotos: stiplovsek

Ab Herbst erhalten selbstorganisierte Kindergruppen zusätzliche Stunden finanziert.

Hard. (VN-mm) Etappensieg für Landesverband selbstorganisierter Kindergruppen und Elterninitiativen: Ab Herbst 2017 erhalten die Mitarbeiterinnen in den
vom Landesverband vertretenen Betreuungseinrichtungen mehr Vorbereitungsstunden bezahlt. Der bisher mit 20 Prozent bemessene Anteil soll sukzessive auf 50 Prozent erhöht werden. Diese Zusage des Landes hat der Verband seit Kurzem in der Tasche. Allerdings sind daran Qualitätsverbesserungen wie Beobachtung, Dokumentation der kindlichen Entwicklung sowie Elternarbeit gekoppelt. Obfrau Bea Madlener-Tonetti ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Uns ist Qualität in der Betreuung ebenfalls wichtig. Und eine gute Vorbereitung verschafft den Mitarbeiterinnen mehr Zeit für die Kinder.“ Kritisiert wird jedoch die nach wie vor dürftige Förderung für Spielgruppen. Hier brauche es dringend eine Angleichung, ansonsten seien besonders kleinere Spielgruppen gefährdet.

Neubemessung durchgeführt

Vor gut einem Jahr hatte der Landesverband die prekäre Situation erstmals öffentlich gemacht. Unbezahlte Überstunden gehörten bei den Beschäftigten der privaten Kinderbetreuungseinrichtungen zur Tagesordnung. „Hochwertige Betreuung kann nicht weiter durch Ehrenamtlichkeit gestützt werden“, sagte Bea Madlener-Tonetti damals und forderte mehr bezahlte Vorbereitungsstunden. Auch weil der Bildungsrahmenplan des Bundes für Elementarpädagogik künftig verpflichtend in Spiel- und Kindergruppen umzusetzen ist. „Wir unterstützen das“, betonte sie. Aber es brauche einen gerechteren Schlüssel für die Bemessung der finanzierten Vorbereitungszeit, die sich an den Öffnungszeiten der Einrichtungen orientiert. Schließlich nahm sich eine von Landesrätin Katharina Wiesflecker auf Wunsch von Madlener-Tonetti eingerichtete Arbeitsgruppe der Neubemessung an. Die Umsetzung erfolgt in drei Schritten. „Wir sind dankbar für jeden kleinen Schritt“, sagt Bea
Madlener-Tonetti.

Im Landesverband sind derzeit 58 von insgesamt 78 Kindergruppen und 32 von 53 Spielgruppen organisiert. Damit decken die privaten Träger rund 74 bzw. 60 Prozent der Betreuungsplätze ab. Das Land bezuschusst einheitlich 60 Prozent der Personalkosten. Bei den restlichen 40 Prozent sind die Einrichtungen häufig auf das Wohlwollen der Kommunen angewiesen. „Manche Gemeinden finanzieren den Aufwand zur Gänze, andere nur teilweise oder gar nicht“, listet Angelika Hagspiel vom Verein Tagesmütter – und ebenfalls im Vorstand der selbstorganisierten Betreuungseinrichtungen – auf. Die Wertigkeit der Kinderbetreuung müsse sich aber auch in angemessenen finanziellen Mitteln ausdrücken. Dazu kommt, dass ein gutes Angebot speziell für Zuziehende immer öfter ein Kriterium ist, sich in einer Gemeinde niederzulassen oder eben nicht.

Drei Mal ausgebaut

Diese Erfahrung macht auch Manuela Lehner-Künz. Die Firma Alpla hat deshalb in Hard schon vor zehn Jahren ein Kinderhaus errichtet. Mittlerweile musste das „Alpla Kids“ drei Mal ausgebaut werden. „Mitarbeiter, die wir im Land brauchen, fragen gezielt nach guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten“, berichtet Lehner-Künz, die vor Kurzem in den Vorstand des Landesverbandes gewählt wurde. 68 Kinder im Alter von 15 Monaten bis sechs Jahren werden im „Alpla Kids“ in Kleingruppen betreut, wobei außerhalb der Kernzeiten eine Durchmischung stattfindet. Für ihre Kinder braucht Manuela Lehner-Künz das alles nicht mehr. Aber sie engagiert sich, weil Kinderbetreuung sehr viel mit Frauenförderung und Gleichstellung zu tun habe. Dennoch ist das Thema weiterhin stark ideologisch eingefärbt. Dazu meint Lehner-Künz, dass Kleinkinder ja nicht 40 Stunden in der Woche außerhäuslich betreut würden.

Mitarbeiter fragen gezielt nach guten Betreuungsangeboten.

Manuela Lehner-Künz
Kleinkinder zu betreuen ist eine anspruchsvolle Arbeit. Dafür braucht es gut ausgebildetes Personal.
Kleinkinder zu betreuen ist eine anspruchsvolle Arbeit. Dafür braucht es gut ausgebildetes Personal.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.