TBC-Bilanz bald auf dem Tisch

Vorarlberg / 13.02.2017 • 20:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor einem Jahr gab es viele Rindertötungen in der TKV in Koblach. Foto: VN/Hartinger
Vor einem Jahr gab es viele Rindertötungen in der TKV in Koblach. Foto: VN/Hartinger

Landesveterinär Greber erwartet heute letzte Ergebnisse der untersuchten Betriebe.

Bregenz. (VN-hk) 95 getötete Tiere waren es nach dem vergangenen Winter, zwölf getötete Tiere bis jetzt in diesem Winter. „Klar ist das eine bessere Bilanz im Vergleich zum Vorjahr“, kommentiert Landesveterinär Norbert Greber (52) die bisherige Faktenlage im Zusammenhang mit der Ansteckung durch den Rinder-TBC-Erreger. „Es ist ganz sicher nicht zu erwarten gewesen, dass nach dem letztjährigen Katastrophenwinter das Problem gänzlich verschwindet“, betont der Landesveterinär.

Keine Keulungen

Derzeit sind – die VN berichteten – acht landwirtschaftliche Betriebe wegen des Verdachts auf Rinder-TBC gesperrt. „Für drei dieser Höfe ist diese Sperre wahrscheinlich nur vorläufig – für sechs Wochen. Danach gibt es dort eine neuerliche Bestandsuntersuchung. Wenn diese ein für die Ställe positives Ergebnis bringt, sind die Betriebe wieder offen“, erklärt Greber das Prozedere. Den anderen Betrieben droht hingegen eine Sperre von vier Monaten.

Auf fast allen Höfen, in denen Rinder beim TBC-Test eine Reaktion zeigten, war nur ein Tier von einer positiven Testung betroffen, nur in zwei Ställen waren es mehr.Zur Keulung eines gesamten Bestandes, so wie das im Vorjahr einige Male passierte, kam es bisher nicht.

Voller Stammtisch

Gebannt ist die Gefahr durch den Rinder-TBC-Erreger noch lange nicht. Das wissen Experten und Betroffene nur allzu gut. Auch vor zwei Jahren war es in Vorarlberg an der TBC-Front ruhig, ein Jahr später war die Hölle los. Eine Ansteckung jagte die andere, Vertreter von Landwirten und Jägern gerieten aneinander, ein VN-Stammtisch zu diesem Thema in Bartholomäberg hatte riesigen Zulauf.

Vorsichtig optimistisch

Landwirtschaftslandesrat Erich Schwärzler bewertet die derzeitige Situation ebenfalls vorsichtig positiv. „Der Landesveterinär hat natürlich recht: Wir konnten nicht erwarten, dass wir nach dem TBC-intensiven letzten Jahr heuer überhaupt keine Verdachtsfälle mehr haben würden.“

Was Schwärzler zuversichtlich stimmt: „Die heurigen Fälle blieben auf die TBC-Kerngebiete beschränkt. Es gab keine Ausbreitung auf andere Regionen.“ Dass die Landwirte im Sommer vielleicht weniger Alpen hätten bestoßen sollen, will Schwärzler nicht so sehen. „Ansteckungen passieren ja nicht nur auf Alpen, sondern auch auf Maisäßen und in Heimbetrieben.“

Das TBC-Gespenst soll, so hoffen die Verantwortlichen, heuer bald verscheucht sein. Der Kampf gegen die Ansteckung durch den Erreger geht jedoch weiter.

Die Verdachtsfälle breiteten sich nicht auf neue Regionen aus.

Erich Schwärzler