Dornbirn und die Industriebauten

Vorarlberg / 14.02.2017 • 18:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Bild zeigt das klassische Fabriksensemble Steinebach in Dornbirn um das Jahr 1903.  Foto: stadtarchiv dornbirn
Das Bild zeigt das klassische Fabriksensemble Steinebach in Dornbirn um das Jahr 1903.  Foto: stadtarchiv dornbirn

Vor allem im 19. Jahrhundert wuchsen die großen Industriebauten in die Höhe.

dornbirn. (ha) Fabrikslandschaften, Arbeiterhäuschen oder Unternehmervillen: An vielen Orten und Plätzen erinnern Gebäude an die Glanzzeiten der Textilindustrie. Es ist auch der Stadt Dornbirn und Unternehmern zu verdanken, dass die Industriearchitektur erhalten geblieben ist. Viele Industriehallen sind heute Standorte von Gewerbeparks.

Das klassische Industrieensemble ist Mitte des 19. Jahrhunderts im Steinebach entstanden: 1846 erwarb Franz Martin Hämmerle das so genannte „Glöckelehaus“, ursprünglich eine Nadelfabrik. Bald darauf begann dort eine rege Bautätigkeit, wie Werner Bundschuh und Klaus Fessler im Büchlein „Industriekultur am Bodensee“ schreiben: „In rascher Folge entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun die Färberei, Bleicherei, aber auch die Trockentürme.“

Spuren im Gütle

Auf Hämmerles Initiative hin entstand auch am Eingang zum Rappenloch die heute noch sichtbare Industrielandschaft. 1864 wurde das dreistöckige Spinnereigebäude für 11.000 Spindeln errichtet, vier Jahre später folgte der flache Shedbau. Hämmerle entschied sich aus gutem Grund für den Standort: Die Topografie erlaubte eine intensive Nutzung der Wasserkraft. Diese wurde auch mit der Errichtung eines Springbrunnens, dessen Fontäne bis zu 60 Meter hoch gestiegen sein soll, nach außen hin sichtbar gemacht.

Ein klassisches Denkmal der Industriegeschichte ist die Spinnerei „Juchen“ der Firma Herrburger & Rhomberg, erbaut zwischen 1810 und 1813. Im denkmalgeschützten Gebäude am Ölz-Areal wurde mit der Wasserkraft des Müllerbachs zuerst Flachs, später Baumwolle gesponnen. Erhalten geblieben sind auch große Teile der Gießerei und Maschinenfabrik Rüsch-Ganahl, heute Standort der inatura. Um 1900 war die Fabrik der größte Metallbetrieb des Landes. Turbinen und Regulatoren für Kraftwerke wurden in die gesamte Monarchie und auch nach Schweden und Russland verkauft.

Auch das Industrieensemble der Firma J.M. Fußenegger im Wallenmahd erinnert an die Glanzzeiten der Textilindustrie, die dort zum Teil noch erhalten geblieben ist. 1828 gründete Johann Baptist Salzmann eine Bleicherei, Rotfärberei, Druckerei und Appretur. 1843 gingen die Anlagen in den Besitz von J.M. Fußenegger über. Das Unternehmen wurde vor allem durch Veredelung bekannt: „Es konnte auch die Stickereierzeugnisse Vorarlbergs konkurrenzfähig machen“, so Bundschuh und Fessler.

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