Von Pizzastücken und Holzgiraffen

Vorarlberg / 15.02.2017 • 18:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Über den
Über den “Zauberteppich” laufen die Kinder den Hügel hinauf.

Viele Kinder üben in den Semesterferien fleißig Skifahren. Am Bödele ist einiges los.

Dornbirn. Während im Tal der Nebel hängt, herrscht in den Bergen herrliches Wintersportwetter. Blauer Himmel, Sonnenschein und schneebedeckte Berge laden zum Skifahren ein. Bei diesen Bedingungen macht der Skikurs noch mehr Spaß. Das sehen auch die 70 Kinder der Skischule Bödele so. Sie sind seit Montag täglich dreieinhalb Stunden auf den Pisten unterwegs. 16 von ihnen stehen zum ersten Mal auf zwei Brettern.

Helm und Skibrille sitzen, die Skier sind angeschnallt. Vorsichtig schieben die Kinder ein Bein nach dem anderen nach vorne, um sich auf dem Schnee vom Fleck zu bewegen. Die ersten Versuche sehen wackelig aus. Trotzdem probieren sie, das Gleichgewicht auf den kurzen Brettern zu halten. 16 Kinder lernen dieser Tage im Märchenland am Bödele das Skifahren. Aufgeteilt in zwei Achtergruppen, mit jeweils einem Skilehrer und Betreuer, üben sie an fünf Tagen Bremsen im Pflug und Kurvenfahren. „Wenn sie das können, gehen wir mit ihnen weiter zum Tellerlift Oberlose“, sagt Josef Berchtold (27), stellvertretender Skischulleiter. Als Erkennungszeichen tragen die 16 Anfänger grüne Leibchen mit der Aufschrift „Cruiser“. Der Nachwuchs ist in den Ferienkursen nämlich in drei Teams aufgeteilt, je nach Vorkenntnissen.

Das erste Mal bergab

Mit Skiern an den Füßen tapst ein Kind nach dem anderen auf dem grünen Teppich den Anfängerhügel hinauf. „Das ist unser Zauberteppich“, erklärt Berchtold mit einem Augenzwinkern. Oben angekommen, steht die erste Abfahrt bevor. Zuerst üben die Buben und Mädchen das Bremsen im Pflug. „Legt eure Hände auf die Knie und formt die Ski zu einem Pizzastück“, erklärt einer der Skilehrer. „Jetzt versucht ihr, dort unten vor der Giraffe zu bremsen.“

Die fünfjährige Michelle ist als Erste dran. Als sie vor der Holzgiraffe zum Stehen kommt, applaudiert der gesamte Kurs. Das Mädchen strahlt vor Freude und läuft sofort wieder den grünen Teppich nach oben. Allerdings geht es nicht bei allen Kindern gleich auf Anhieb so rund. Ein Junge beginnt zu weinen, als er an der tierischen Markierung vorbeifährt. „Komm, wir probieren es gleich nochmal“, sagt Berchtold und nimmt den Buben an der Hand.

Im Märchenland stehen bunte Figuren wie Giraffe, Hase und Clown. Durch sie lernen die Kinder spielerisch wie nebenbei das Skifahren. „Wir winken beispielsweise dem Clown und fahren dadurch eine Kurve“, erklärt Berchtold und fügt hinzu: „Kinder lernen schnell und intuitiv. Im Gegensatz zu Erwachsenen haben sie keine Angst.“ Wer den Pflug kann, übt Kurven und fährt dem Skilehrer durch die bunten Hütchen hinterher. Klappt auch das, geht es für die Buben und Mädchen zum Tellerlift Oberlose. „Ich freue mich, das erste Mal Lift fahren“, ruft ein Junge voller Aufregung.

Für Berchtold und sein Team ist es wichtig, dass die Kinder Spaß am Skifahren haben. „Deshalb gibt es morgen, Freitag, ein Abschlussrennen für alle Skikursteilnehmer, mit Preisen, Süßigkeiten und allem, was dazugehört.“

Wichtig ist, dass die Kinder Spaß am Skifahren haben.

Josef Berchtold
Wer bereits bremsen und Kurven fahren kann, der darf zum Tellerlift Oberlose gehen und sich an die blaue Abfahrt wagen.
Wer bereits bremsen und Kurven fahren kann, der darf zum Tellerlift Oberlose gehen und sich an die blaue Abfahrt wagen.
Oben am Anfängerhügel angekommen, lernen die Kinder zuerst das Pflugfahren.  Fotos: VN/Paulitsch
Oben am Anfängerhügel angekommen, lernen die Kinder zuerst das Pflugfahren. Fotos: VN/Paulitsch

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