Streitbarkeit und Nadelstiche

Vorarlberg / 17.02.2017 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Will es noch einmal wissen: ÖGB-Landeschef Norbert Loacker. VN
Will es noch einmal wissen: ÖGB-Landeschef Norbert Loacker. VN

Langzeitchef. Altgedient und streitbar. Diese Eigenschaften werden Norbert Loacker (64, SP) in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorarlberger ÖGB nachgesagt. Loacker, der dieses Amt 1995 vom Bludenzer Willi Pröckl (77) übernommen hatte, will es offenbar noch einmal wissen. Der Götzner wolle bei der ÖGB-Landeskonferenz am 16. Mai abermals für den Vorsitz kandidieren und würde damit seine sechste Periode als ÖGB-Landesvorsitzender antreten. Loackers Stellvertreter, etwa der Dornbirner Werner Posch (58), der sich als Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) freilich große Chancen auf das Amt ausgerechnet haben soll und für viele längst als „logischer Nachfolger“ gilt, müssen sich also noch in Geduld üben. Hinter den Kulissen ist ohnehin bereits die Rede davon, dass Loacker noch zwei Jahre ÖGB-Speerspitze bleibt und seine Funktion dann an Posch übergeben soll.

Spannendes Rennen. Der Chefsessel in der Pressestelle des Landhauses scheint eine gefragte Sache zu sein. Seit Peter Marte (60) wissen ließ, dass er den Job noch vor seiner Pensionierung an den Nagel hängt, bringen sich Nachfolger in Stellung. Eine Jury mit Harald Schneider (51) als Vorstand der Abteilung Regierungsdienste sowie Markus Vögel (47) als Personalchef im Landhaus und der Pressereferentin der Landesspitäler, Uli Delacher (42), nahm vor wenigen Tagen die Kandidaten unter die Lupe. Ob Astrid Felsner (36), Büroleiterin bei Landesrat Johannes Rauch (57, Grüne), Thomas Mair (49) als langjähriger Stellvertreter Martes, Mirjam Böckle-Plörer (36) aus der Landtagskanzlei oder Florian Themessl-Huber (36) als umtriebiger Referent und Vertrauter von LH Markus Wallner (49, VP) das Rennen um den intern im Landhaus ausgeschriebenen Job machen wird, ist freilich noch offen. Das letzte Wort wird nach dem Hearing jedenfalls Wallner sprechen und im Landhaus geht man davon aus, dass er einem Vertrauten wie Themessl oder Mair den Vorzug geben wird.

 

Zurufe. Seit Monaten traktieren sich die Dornbirner Roten und Grünen gegenseitig mit verbalen Nadelstichen. Diesmal sind in der Messestadt von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (47, VP) die Ganztagsklassen Grund für ein parteipolitisches Hickhack. Die Sozialdemokraten mit Gebhard Greber (60) werfen Stadträtin Juliane Alton (50, Grüne) vor, sich in Sachen einzumischen, die sie nichts angehen. Wenn die grüne Stadtratskollegin nun an die Öffentlichkeit gehe und mehr Ganztagsklassen fordere, renne sie offene Türen ein, ärgern sich die Roten „über mehr als entbehrliche Zurufe“ aus der grünen Ecke. Im Gegensatz zu Alton würden sich die Roten nämlich bereits seit 2011 für den Ausbau von Ganztagsklassen ins Zeug werfen. Die Genossen raten der Stadtratskollegin der Grünen, sich lieber ums eigene Ressort zu kümmern. Dort gebe es derzeit ständig Beschwerden aus der Bevölkerung wegen Papiercontainern, die in den letzten Monaten vor den Haustüren aufgestellt wurden.

Zitate der Woche

Ich bleibe bis 2020 im Amt. Dafür bin ich angetreten und auch gewählt worden.

Mandi Katzenmayer, VP, Stadtchef Bludenz, im VN-Interview

Der Schock über den Lawinentod von Prinz Friso vor fünf Jahren sitzt immer noch tief.

Ludwig Muxel, Gemeindechef, Lech, im VN-Gespräch

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Jörg Leichtfried, SP,
Infrastrukturminister

Für einen Politiker, der es gewohnt ist, medial vorzukommen, ist es das Schlimmste, wenn die Medien kein Interesse mehr haben und man von Nachfolgern nicht um Rat gefragt wird.

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