Das Faschingstreiben erreicht den Höhepunkt

Vorarlberg / 23.02.2017 • 19:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Widerwillig übergab der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart den Schlüssel zum Rathaus an Faschingsprinz Mark I. Foto: VN/Paulitsch
Widerwillig übergab der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart den Schlüssel zum Rathaus an Faschingsprinz Mark I. Foto: VN/Paulitsch

Bratenklau, Bürgermeisterabsetzung, Ruß im Gesicht: großes Faschingsfinale im Land.

Schwarzach. (VN-jun) Aufgepasst – heute ist „Ruaßiga Fritig“! An diesem Tag schmieren Narren anderen Leuten Ruß ins Gesicht. Der Brauch stammt aus dem Mittelalter und ist verschieden übermittelt. Zum einen war der rußige Freitag damals die letzte Möglichkeit vor der 40-tägigen Fastenzeit, Schmalzgebäck zu backen. Anschließend kratzten die Menschen den Ruß aus ihren Öfen und schmierten ihn an die Nasen anderer Leute. Zum anderen war der Ruß die einfachste aller Verkleidungen für arme Menschen, die sich mit der Bemalung auch vor bösen Geistern schützen wollten.

Das Land spielt verrückt

Das große Faschingsfinale begann bereits gestern mit dem „Gumpiga Donschtig“, auch „Schmotziger Donschtig“ genannt. Der Donnerstag vor dem Aschermittwoch war früher der letzte Schlacht- und Backtag vor der Fastenzeit, was entsprechend mit Schlemmen gefeiert wurde. Ein besonderer Vorarlberger Faschingsbrauch ist an diesem Tag das Bratenstehlen. Diese Tradition reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, wo es den Narren erlaubt war, Braten aus der Klosterküche zu stehlen. Heutzutage stibitzen Faschingszünfte oder Bürgermeister Braten aus heimischen Gasthäusern.

So begaben sich auch heuer der Bludenzer Bürgermeister Mandi Katzenmayer, die Spältabürger Feldkirch und die Hardar Wealloruschar auf Diebestour. Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart musste schweren Herzens den Schlüssel zum Rathaus an Prinz Ore LXI. Mark I. abgeben und schwebte als Zahnfee über die Zuschauer hinweg. In Schruns feierten zahlreiche Schulklassen mit ideenreichen und fantasievollen Kostümen den Kinderfasching. Morgen, Samstag, geht das bunte Treiben in Vorarlberg weiter.

In Hard stahlen die Hardar Wealloruschar zahlreiche Braten und verteilten sie anschließend an die Bürger. Foto: Gebhard
In Hard stahlen die Hardar Wealloruschar zahlreiche Braten und verteilten sie anschließend an die Bürger. Foto: Gebhard
„Gammla Gammla – Fetza sammla“, hieß es beim Kinderfasching in Schruns. Foto: Stemer-Moosmann
„Gammla Gammla – Fetza sammla“, hieß es beim Kinderfasching in Schruns. Foto: Stemer-Moosmann
Der Bludenzer Bürgermeister Mandi Katzenmayer klaute heuer den Braten aus dem Wirtshaus Kohldampf im Fohren Center.  Foto: Schwald
Der Bludenzer Bürgermeister Mandi Katzenmayer klaute heuer den Braten aus dem Wirtshaus Kohldampf im Fohren Center. Foto: Schwald

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