Fasnatfinale mit Jöri, Jöri Kuttlablätz!

Vorarlberg / 23.02.2017 • 17:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Vorfreude auf das Fasnatwochenende in Bludenz ist Zunftmeister Christian Pellini ins Gesicht geschrieben.   Foto: VN/js
Die Vorfreude auf das Fasnatwochenende in Bludenz ist Zunftmeister Christian Pellini ins Gesicht geschrieben.   Foto: VN/js

Die fünfte Jahreszeit lässt in der Alpenstadt keinen Stein auf dem anderen.

Bludenz. (cm) Einmal im Jahr ein echter Narr sein. Die Bezirksstadt rüstet an diesem Wochenende auf zum traditionsreichen Ausnahmezustand, in dem die Grenzen der Normalität ein ordentliches Stück verrückt werden.

Lustig und heiter

Fröhliche kostümierte Menschen, die sich umarmen, küssen und miteinander zu lauter Musik tanzen?  Kaffeehäuser bis zum letzten Stehplatz gefüllt mit Mumien, Cowboys und Indianern, in den Bäckereien Krapfen bis zum Abwinken und rotnasige Polizisten, die mit Panzerknackern Arm in Arm schunkeln? In den nächsten Tagen ist alles anders. Herrlich unkonventionell und himmlisch unbeschwert. Die Fasnat hält Einzug in die südlichste Bezirkshauptstadt Vorarlbergs.

Monatelange Vorbereitung

Was auf den ersten Blick für den Betrachter als vermeintlich lustig und frei vom Alltagsstress erscheint, das ist in Wahrheit ein ordentliches Stück harter Arbeit für Zunftmeister Christian Pellini und sein Team von der Funkenzunft Bludenz. „Bereits im Sommer beginnen unsere Vorbereitungen“, erläutert der 43-jährige Zunftmeister und führt weiter aus: „Mein Team und ich sind über Monate mit Werbung an Kindergärten und Schulen, Öffentlichkeitsarbeit und der Organisation unserer Veranstaltungen beschäftigt. Es braucht immer wieder Rücksprachen mit Behörden und dem Amt der Stadt Bludenz.“ Neben all dem organisatorischen Aufwand gibt es aber auch unzählige Verpflichtungen, denn die Umzüge der benachbarten Zünfte wollen auch besucht sein. Ein echter Marathon, nicht nur um den Kollegen den Respekt zu erweisen, sondern auch um bezirksinterne Absprachen zu treffen.

Neuigkeiten

Seit acht Jahren ist Christian Pellini der Bludenzer Zunftmeister. Das jahrhundertealte Brauchtum zu pflegen, ist dem Nüziger ein echtes Herzensanliegen, manches hat sich aber auch verändert. So auch 2017. Erstmals wird in diesem Jahr die Jörimeile in der Mühlgasse gefeiert. Ein Umstand, der den Bauarbeiten beim Nepomukplatz geschuldet ist. Und noch etwas ist anders als gewohnt: Die Hächla bleibt ungeschrieben und peinliche Hoppalas im geheimen Wissenskosmos des Urhebers. „Durch personelle Umstrukturierungen haben wir in diesem Jahr keine Hächla. Wir machen ein Jahr Pause, damit wir die Redaktion in Ruhe auf neue und stabile Beine stellen können“, begründet Pellini. Rund 250 Arbeitsstunden stecken in der Hächla, ehrenamtlich, so wie alles, was rund um die Fasnat und das Funkenabbrennen zu erledigen ist. 37 Männer und Frauen engagieren sich unentgeltlich für den Verein.

Besonderheiten

Als Ratsherren, Hästräger und Till Eulenspiegel repräsentieren die Funkenzünftler mit ihrem Wagen, bestückt mit rund 200 Kilogramm Bonbons, die Alpenstadt bei diversen Umzügen und Maskenläufen. Mit der Absetzung des Bürgermeisters im Rahmen der Schlüsselübergabe am morgigen Samstag kommen die Narren für kurze Zeit an die Macht. Übermorgen, Sonntag, steht dann der große Jöriumzug auf dem Programm. Über vier Kilometer wird sich der farbenfrohe Tross durch die Altstadt ziehen. Lebensfreude zelebrieren, heißt es in der Fansat, ob durch ausgefallene Kostüme, als Teil der Zunft oder in Zivil als einfacher Zaungast. Christian Pellini kann sich noch gut daran erinnern, wie er selbst als Kind ein begeisterter „Zuckerlesammler“ war und noch lieber selbst Zuckerle verteilen wollte. Eine Leidenschaft, die bis zum heutigen Tage anhielt und kein bisschen an Faszination verloren hat. In diesem Sinne: Jöri, Jöri Kuttlablätz!

Fasnat in Bludenz

Samstag, 25. Februar

» 9 Uhr: Fasnat total im Städtle

» 14 Uhr: Empfang beim Rathaus

» 15 Uhr: Umzug zum Riedmiller

» 15.30 Uhr: Schlüsselübergabe

» 17 Uhr: Bludenzer Jörimeile mit Jöriparty in der Mühlgasse mit Dünes XL

Sonntag, 26. Februar

» 14 Uhr: Großer Jöriumzug

» 16 Uhr: Jöriparty in der Mühlgasse mit Dünes XL

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