Von Spesenrittern und Biobier

Vorarlberg / 24.02.2017 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zur „Unterredung“ in St. Moritz: Karlheinz Kopf (VP). Foto: VN
Zur „Unterredung“ in St. Moritz: Karlheinz Kopf (VP). Foto: VN

Steuergeld. Die Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz ist zu Ende. Unterstützt wurden die heimischen Athleten dabei unter anderem auch von Nationalratspräsidentin Doris Bures (54, SP) und dem Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf (59, VP). Bezahlt wurden die Ausflüge der beiden Politiker in den Schweizer Nobelskiort jeweils vom Hohen Haus. Doch in welcher Funktion waren die beiden Spitzenparlamentarier bei der Ski-WM? Laut offizieller Auskunft des Parlaments war Bures in der Vorwoche drei Tage in ihrer Repräsentationsfunktion als Parlamentspräsidentin in St. Moritz, und zwar in Begleitung von Sportminister Hans Peter Doskozil (46, SP). Kopfs Ausflug wurde über den internationalen Dienst des Parlaments abgerechnet. Laut Parlament war es eine „offizielle und damit bewilligte Dienstreise“. Warum wurde dann die Reise über den internationalen Dienst abgerechnet? Weil Kopf unter anderem den Tiroler LH Günther Platter (62, VP) und Adrian Hasler (53) als Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein zu einer Unterredung getroffen hat. Kopf war vom 10. bis zum 12. Februar in St. Moritz.

 

aBrechnung. Auch Gesinnungsfreunde können sich in die Haare geraten. Ein Beispiel dafür liefern die Dornbirner Genossen mit Stadtparteichef und Stadtrat Gebhard Greber (61) sowie Werner Posch (58) und Landesparteichefin Gabi Sprickler-Falschlunger (60) an der Spitze. In einem E-Mail rechnet jedenfalls Dieter Jussel (49) ab. Jussel schreibt darin nämlich von „situationselastischer Kommunikation“ und betont, dass sein Ausscheiden aus dem Tiefbauausschuss einzig und allein auf Wunsch Grebers erfolge. Greber sei der Ansicht, dass es sich in einem derartigen Gremium nicht gehöre, eigene Ansichten – und seien sie auch noch so begründet – zu haben, geschweige denn zu äußern. Die Infos zu den Ausschusssitzungen seien zwar nach wie vor nett und informativ, er wolle aber dennoch vom Mailverteiler heruntergenommen werden, lässt Jussel deutlich durchblicken, dass er mit dem Ausschuss nichts mehr zu tun haben will.

 

Hoher Dank. Über präsidiale Dankesworte konnte sich Landeshauptmann Markus Wallner (49, VP) kürzlich in der österreichischen Botschaft in Bern freuen. Und er hat es nicht einmal gehört. Botschafterin Ursula Plassnik (60, VP) lud vergangene Woche anlässlich des Antrittsbesuchs von Bundespräsident Alexander Van der Bellen (73) bei seiner Schweizer Amtskollegin Doris Leuthard (53) zu einem Österreicherabend in die Botschaft. Zu speisen gab es Vorarlberger Käse und und dazu Frastanzer Biobier. Van der Bellen betonte bei seiner Ansprache: „Die Köche wurden uns heute aus Vorarlberg geschickt, wofür ich mich beim Landeshauptmann herzlich bedanken möchte.“ Ob das Wiener Schnitzel auch aus Vorarlberg stammte, steht nicht fest.

Zitate der Woche

Es ist immer noch die Politik, die glaubt, mit Bewahren die Zukunft gestalten zu können.

Josef Moser, Ex-Rechnungshofpräsident im VN-Interview

Wir haben mit Sabine Oberhauser nicht nur eine hervorragende Ministerin verloren, sondern auch einen großartigen Menschen voller Lebensfreude.

Christian Kern, SP, Kanzler

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser wird mir sehr fehlen.

Hansjörg Schelling, VP,
Finanzminister

So weit wie Trump geht wahrscheinlich keiner, aber im republikanischen Team würde ich Lopatka, Sobotka, Kurz sehen.

Michael Schickhofer, SP,
Parteichef Steiermark

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