„Heute bin ich nur noch begeisterter Mitflieger“

Vorarlberg / 26.02.2017 • 18:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dr. Dechant in seinem Atelier auf der Fluh.  Foto: VN/Hartinger
Dr. Dechant in seinem Atelier auf der Fluh. Foto: VN/Hartinger

Tätig als fliegerärztlicher Sachverständiger – Malerei als großes Hobby – Ausgedehnte Kulturreisen.

Bregenz-Fluh. (ee) „Ich habe großes Glück gehabt, dass ich als gebürtiger Niederösterreicher nach Vorarlberg gekommen bin, denn ich wurde von meinen Kollegen hier sehr gut aufgenommen. Damals war ich auch ein begeisterter Skifahrer“, erläutert der frühere praktische Arzt in Bregenz-Vorkloster und stellvertretende Stadtarzt, Medizinalrat Dr. Josef Dechant (80), im VN-Gespräch. Er hat mittlerweile in Bregenz-Fluh seinen Alterssitz gefunden.

Dr. Dechant, der eigentlich aus den Anfängen der Fliegertruppe des österreichischen Bundesheeres kommt und dort zu den ersten Düsenjägerpiloten gehörte, war auch leitender Sanitätsoffizier beim Bundesheer in Vorarlberg und trat in dieser Funktion 1998 im Rang eines Oberst-Arztes in den Ruhestand. Daneben war er bis 2005 als praktischer Arzt (Arzt der Allgemeinmedizin) in Bregenz aktiv.

Sachverständiger

„Nach der Pensionierung war ich noch durch zehn Jahre als Gutachter für Pflegegeld tätig und war laut einer Statistik jener Arzt in Österreich, der die meisten dieser Gutachten gemacht hat. Und bis heute übe ich noch meine Funktion als fliegerärztlicher Sachverständiger der Klasse 1 aus und führe für Berufs- und Privatpiloten die vorgeschriebenen regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen durch. Diesen Zweig habe ich in Österreich aufgebaut“, so Dechant. Und er hat in dieser Funktion die größte fliegerärztliche Tagung Europas organisiert. Diese fand im Bregenzer Festspielhaus statt.

Weiter: „Ich genieße das
Alter. Sehr viel beschäftige ich mich mit der Malerei,
wobei zu meinen Motiven vorwiegend Landschaften, Stillleben und Porträts gehören. Dazu kommen längere Reisen mit kulturellem Hintergrund in alle Teile der Welt, das Klavierspielen und das Lesen, auch von Fachbüchern. Die Fliegerei erlebe ich aber heute nur noch als Mitflieger.“

Pilot der ersten Stunde

Der Weg als Mediziner war Dechant keineswegs vorgezeichnet. „Nach der Matura an der damaligen Lehrerbildungsanstalt in Krems wollte ich eigentlich Zeichenprofessor werden und an der Akademie der bildenden Künste in Wien studieren. Da kam der Einberufungsbefehl zum Bundesheer. Als angehender Lehrer hätte ich damals nicht einrücken müssen, aber ich stellte die Bedingung, wenn ich zur Fliegertruppe komme, dann gehe ich zum Heer“, erinnert sich Dechant.

Nach der Militärakademie und einem strengen Auswahlverfahren gehörte er dann zu den ersten Düsenjägerpiloten des Landes und war auf den Fliegerhorsten in Zeltweg, Langenlebarn, Hörsching und Graz stationiert. Anschließend folgte das Medizinstudium an der Universität in Wien mit der Promotion am 31. Jänner 1973. Dechant: „Am Krankenhaus in Tulln war ich Turnusarzt und kam dann nach Vorarlberg ans Krankenhaus Bregenz und ließ mich in Bregenz-Vorkloster als praktischer Arzt nieder.“

Zur Person

Dr. Josef Dechant

Geboren: 1937 in Fels am Wagram (Niederösterreich)

Ausbildung: Realschule, Matura an der Lehrerbildungsanstalt in Krems, Militärakademie, Pilotenausbildung beim Heer, Medizinstudium in Wien, Promotion 1973

Werdegang: Zehn Jahre Pilot bei der Fliegertruppe des Bundesheeres, Turnusarzt, praktischer Arzt in Bregenz-Vorkloster und stellv. Stadtarzt.

Familie: verheiratet, sechs Kinder, drei Enkel.

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