“Königreich für die Zukunft”

Vorarlberg / 27.02.2017 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bettina Windhager und Sandra Schlunk blicken in die Zukunft.
Bettina Windhager und Sandra Schlunk blicken in die Zukunft.

Lustenauer Kindergartenkinder erforschen ein ganzes Jahr lang Energie im Alltag.

lustenau. (lös) Das Licht geht an, der Wasserkocher pfeift, das Radio spielt Musik. „Doch wie können wir Kinder neugierig auf das machen, was hinter der Steckdose steckt“, fragten sich die Kindergartenpädagoginnen in Lustenau. Sie widmen nun der Themenwelt Energie ein ganzes Kindergartenjahr. Im „Königreich für die Zukunft“ wird experimentiert, gesungen, gestaltet und auf Spurensuche gegangen.

Spezielles Energieprojekt

2016 war die Lustenauer e5-Gruppe an die Pädagoginnen herangetreten, um Energiesparmöglichkeiten aufzuzeigen. Diese zeigten sich sofort begeistert. Mittlerweile führen die Mitarbeiterinnen eine Energiebuchhaltung und verbrauchen deutlich weniger Strom und Wärme als zuvor. Zudem beteiligen sich alle 86 Pädagoginnen mit den 552 Kindern am „Königreich für die Zukunft“, einem Energieprojekt speziell für sie konzipiert. Schon bei den Kleinsten soll die Neugierde geweckt und der bewusste Umgang mit Energie verankert werden. Die Pädagoginnen hatten sich an einem Einführungstag vorbereitet und auf einer Exkursion ins NaturGut Ophoven bei Leverkusen Informationen und Inspiration gesammelt. 

Spielerisch und fantasievoll wird Energie im Alltag erforscht und begreifbar gemacht. Die Pädagoginnen setzen sich auch gestalterisch mit den Facetten von Energie auseinander. Museums- und Firmenbesuche wie zur inatura oder zu Zumtobel Lighting stehen ebenfalls am Programm. 

So werden Raketenautos mit Ballonantrieb und Roboterkostüme gebastelt, Wasserstrudel erzeugt, Wattebausche durch den Raum geblasen, Luftballons elektrisch aufgeladen oder Experimente-Ecken eingerichtet. Auch Gäste werden eingeladen, zum Beispiel, um Alltagsgegenstände im Stromverbrauch von früher und heute zu vergleichen:  beim Kaffeemahlen, Waschen, Maschinenschreiben oder Fotografieren. 

Gemeinsam Rätsel lösen

„Für uns ist es unglaublich spannend, das Interesse der Kinder einzufangen und mit ihnen gemeinsam die Rätsel und Fragen rund um Energie zu lösen“, gibt Eva Graf vom Kindergarten Brändle Einblick. „Die Kinder sind echte Stromdetektive. Das Licht wird gelöscht, wir vermeiden Dauerlüften. Wenn niemand da ist, sind Fenster und Türen geschlossen.“ 

Bisheriger Höhepunkt war ein „StromFREItag“ im Januar. Wie fühlt es sich an, wenn die Heizung ausgeschaltet ist? Wenn keine Lichter brennen, sondern mit Kerzenlicht gearbeitet wird? Wenn Tee und Jause draußen über dem Feuer gekocht werden? „Ungewohnt und neu, aber die Kinder waren im wahrsten Sinn des Wortes mit Feuereifer dabei“, kommt die prompte Antwort aus dem Kindergarten.

Im Kindergarten Rosenlächer gibt es eine Wind-Ecke: Für jedes Experiment gibt es auch gleich einen Windsticker.
Im Kindergarten Rosenlächer gibt es eine Wind-Ecke: Für jedes Experiment gibt es auch gleich einen Windsticker.
Auf Stromsuche im Fotoapparat: Im Kindergarten Am Schlatt wird der Stromverbrauch von früher und heute unter die Lupe genommen.  Fotos: Gemeinde
Auf Stromsuche im Fotoapparat: Im Kindergarten Am Schlatt wird der Stromverbrauch von früher und heute unter die Lupe genommen. Fotos: Gemeinde

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.