Jägerschaft auf Pirsch nach einem neuen Chef

Vorarlberg / 28.02.2017 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Waidmänner halten Ausschau nach einem neuen Jägermeister. Drei Kandidaten werden gehandelt. Foto: Berchtold
Die Vorarlberger Waidmänner halten Ausschau nach einem neuen Jägermeister. Drei Kandidaten werden gehandelt. Foto: Berchtold

Weidmänner möchten noch im März neuen Chef präsentieren. Es gibt drei Kandidaten.

Schwarzach. Der Job eines Vorarlberger Jägermeisters ist ein prestigeträchtiger. Doch er ist auch ein sehr schwieriger. Denn: Die Vorarlberger Jägerschaft mit ihren 3000 Mitgliedern so zu führen, dass alle irgendwie zufrieden sind, ist eine große Herausforderung. Das musste der auf dem Papier noch im Amt befindliche heimische Jägerchef Reinhard Metzler (56) feststellen, der nach nur eineinhalb Jahren Amtszeit im Dezember des vergangenen Jahres aufgrund heftiger Zerwürfnisse mit Teilen der Jägerschaft das Handtuch warf und keinerlei operative Tätigkeiten mehr ausübt.

Spätestens bis zur Generalversammlung der Vorarlberger Jägerschaft am 12. Mai in Nenzing muss ein Nachfolger von Metzler bestimmt werden. „Wir wollen diesen jedoch noch im März gefunden haben“, sagt Manfred Vonbank (51), zweiter Landesjägermeisterstellvertreter und Bezirksjägermeister von Bludenz. „Wir freuen uns, dass es doch einige Interessenten für diesen Job gibt.“ Vonbank spricht von drei Kandidaten, die für die Nachfolge Metzlers infrage kommen. „Es sind drei Personen, die bisher noch nicht im öffentlichen Interesse standen“, informiert Vonbank. Namen wollte er nicht nennen. „Wir möchten zum jetzigen Zeitpunkt nur eines: Ruhe“, begründet Josef Bayer (55), der interimistisch die Vorarlberger Jägerschaft führt, die Zurückhaltung. Laut VN-Informationen waren ursprünglich Bayer selbst sowie der Bregenzer Bezirksjägermeister Hans Metzler wie auch Hubert Bertsch Wunschkandidaten für die Übernahme der Funktion. Doch alle drei lehnten aus Zeitgründen ab.

Schwieriger Job

Apropos Zeitaufwand. „Wir müssen sehen, dass künftig die Geschäftsstelle mehr Aufgaben übernimmt, um den Jägermeister zu entlasten“, umreißt Josef Bayer (55) seine Vorstellung für die Führung des Vereins. Die Funktion des Jägermeisters ist eine ehrenamtliche. Im Spannungsfeld verschiedenster Interessen muss er seine Gruppe so positionieren, dass diese ihren Aufgaben im Ausgleich mit Landwirtschaft, Alpwirtschaft und Forstwirtschaft nachkommen kann.

Im Zuge der grassierenden TBC-Gefahr mit der Ansteckung von Wild auf Vieh war das im vergangenen Jahr nicht einfach. Immer wieder kam es zu Konflikten zwischen Jägern und Landwirten. Die Jäger mussten überdurchschnittlich hohe Abschusszahlen liefern, der Druck auf die Weidmänner besonders in den TBC-Kerngebieten des Klostertals und des Silbertals war enorm.

Hohe Abschusszahlen

„Die Jäger haben im bisherigen Jagdjahr Außergewöhnliches geleistet“, ist Vonbank überzeugt. Er liefert die aktuellsten Zahlen. Demnach wurden in seinem von TBC am stärksten heimgesuchten Bezirk Bludenz bisher 2255 Stück Rotwild erlegt. Im Klostertal wurden 155 Tiere erlegt, das sind 150 Prozent der geforderten Quote. Im Silbertal wurde der Abschuss von 600 Stück Rotwild behördlich angeordnet, 593 wurden bisher geschossen. „Ich denke, dass allein diese Zahlen alles über den großartigen Einsatz der Jäger aussagen“, lobt der Bezirksjägermeister die Weidmänner.

Laut Vonbank geht die Zahl jener Rotwildtiere, die den TBC-Erreger in sich haben, langsam zurück.

Vergleich Rotwildabschuss – Tirol/Vorarlberg – Aktuelle Zahlen

Bezirk Größe Soll-Abschuss Soll-Abschuss Ist-Abschuss Ist-Abschuss Erfüllung

(Rotwild) pro 100 ha (Rotwild) pro 100 ha in Prozent

Landeck 1.595 km2 1563 1,00 1.139 0,70 72,87

Reutte 1.237 km2 2.220 1,70 1.693 1,30 76,26

Schwaz 1.843 km2 1765 0,96 1.487 0,80 84,25

Kufstein 1.163 km2 821 0,70 717 0,60 87,33

Bludenz 1.287 km2 2235 1,70 2.255 1,80 100,89

Bregenz 864 km2 657 0,80 660 0,80 100,46

Tirol gesamt 12.640 km2 11.233 0,90 9.009 0,70 80,20

Vorarlberg gesamt 2.601 km2 3103 1,20 3.120 1,20 100,56

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