Lebendiges Zentrum mit einem guten Mix

Vorarlberg / 28.02.2017 • 18:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gemeindechef Jürgen Kuster möchte mit finanziellem Weitblick den Schrunser Ortskern neu beleben. Foto: VN/js
Gemeindechef Jürgen Kuster möchte mit finanziellem Weitblick den Schrunser Ortskern neu beleben. Foto: VN/js

Aktives Mitgestalten in der Gemeinde zur spannenden Aufgabe gemacht.

Schruns. (VN-ral, js) Seit April 2015 leitet Jürgen Kuster als Bürgermeister die Geschicke der Marktgemeinde Schruns. Als besondere Ziele forciert er eine attraktive Ortsentwicklung, wobei es gilt, Tourismus, Wohnen und Arbeiten zu vereinen, wie er im Interview mit den VN verrät.

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, Bürgermeister zu werden?

Kuster: Ich glaube, es ist einer der wenigen Berufe, um in der eigenen Heimat mitgestalten zu können. Ich arbeite quasi für meine Gemeinde, für den Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Das finde ich eine sehr spannende Aufgabe.

Welches sind die wichtigsten Vorhaben in diesem Jahr?

Kuster: Die Zukunft des Hauses des Gastes ist sicherlich zentrales Thema. Dieses gilt es mit der Erweiterung des Hotels Löwen in Einklang zu bringen. Gerade das geplante Seminarzentrum ist auch für die Gemeinde enorm wichtig. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, für die Tourismusinformation einen guten Platz zu finden. Das wird für unsere Gemeinde eines der wichtigsten Projekte in diesem Jahr sein.

Ist der soziale Wohnbau ein Thema in Ihrer Gemeinde?

Kuster: Ich glaube, dass wir im Moment genug sozialen Wohnbau haben. Vergangenes Jahr wurden 30 Wohnungen im Ill-Litz Hof fertiggestellt und heuer kommen gleich daneben noch einmal fast 30 Wohnungen dazu. Damit müssten wir kurzfristig einen Großteil abgedeckt haben. Es ist wichtig, immer auf diese Mischung zwischen Tourismus- und Wohnort zu achten. Die Raumentwicklung bzw. die Zersiedelung in den Griff zu bekommen, ist künftig das Gebot der Stunde für unsere Gemeinde. Eine Streusiedlung können wir in Schruns nicht erhalten. Wir benötigen Wohnraum und müssen daher verdichten, aber es darf auch nur so weit wachsen, dass es für die Einheimischen noch passt.

Wie sieht es mit den Finanzen aus? Haben Sie noch frei verfügbare Finanzmittel?

Kuster: Spätestens seit dem Rechnungshofbericht ist ganz klar Sparen angesagt. Es ist schwierig, die Gemeindefinanzen im Rahmen zu halten, allerdings haben wir gerade in den vergangenen zwei Jahren gesehen, dass wir es in den Griff bekommen. Dafür haben wir auch eine externe Beratung hinzugezogen. Das heißt, dass sich die Verschuldung aus dem laufenden Geschäft heraus leicht abbauen lässt. Aber dann investieren wir natürlich nichts. Wir müssen den Gürtel einfach ein wenig enger schnallen. Dennoch ist die Gemeindevertretung immer gefordert, weil alle Entscheidungen auch Einfluss auf unsere Finanzen haben. Für das heurige Budget wurden 16 Millionen Euro veranschlagt.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Kuster: Darauf, dass wir es geschafft haben, eine Ganztagskinderbetreuung inklusive einer durchgängigen Ferienbetreuung aufzubauen. Für Städte ist das vielleicht selbstverständlich, aber für eine kleine Gemeinde wie Schruns ist das Angebot schon toll. Berufstätige Eltern haben hier die Möglichkeit, ihre Kinder, vom Kleinkind über Kindergarten, Volksschule bis hin zur Mittelschule, ganztägig betreuen zu lassen.

Was möchten Sie noch erreichen?

Kuster: Dass wir einen lebendigen Ortskern haben, also kein toter Ort mit Leerstand sind. Gerade im Zentrum haben wir noch einige leer stehende Gebäude, das finde ich schade. Mir ist es daher wichtig, Leben ins Dorf zu bringen und einen attraktiven Ortskern zu gestalten. Wir haben optisch so einen schönen Ortskern, der gehört auch belebt. Das haben wir bereits die letzten Jahre stark forciert und zum Beispiel am Kirchplatz im Sommer ein durchgängiges Programm angeboten.

Was würden Sie machen, wenn Sie nicht Bürgermeister wären?

Kuster: Etwas anderes. Was, weiß ich nicht; ich habe darüber nicht nachgedacht.

Zur Person

Jürgen Kuster

ist seit 2015 Bürgermeister der Marktgemeinde Schruns.

Geboren: 28. August 1970

Familie: verheiratet, 2 Kinder

erlernter Beruf: Fachhochschule für Mechatronik, Masterstudium Betriebswirtschaft

Hobbys: Skifahren, Laufen, Biken

Lebensmotto: Vo nüt, kunnt nüt

Mehr zum Gespräch mit Bgm. Jürgen Kuster lesen Sie morgen in der VN Heimat Bludenz.

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