Kartoffeldieb steckte auch Spielkonsolen ein

Vorarlberg / 01.03.2017 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte gab sich vor Gericht reumütig und versprach, sich bei den Geschädigten zu entschuldigen. Foto: Eckert
Der Angeklagte gab sich vor Gericht reumütig und versprach, sich bei den Geschädigten zu entschuldigen. Foto: Eckert

Seriendieb zu neun Monaten Haft verurteilt, drei davon sind unbedingt.

Christiane Eckert

Feldkirch. Einmal war der heute 24-Jährige wegen seiner Drogensucht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ein anderes Mal wegen Diebstählen. Zuletzt lebte der Arbeitslose von der Mindestsicherung, zurzeit sitzt er in Strafhaft. Die dritte Vorstrafe brockte sich der Drogenabhängige wieder durch seine Sucht ein. Immer wieder wurde das Geld knapp, so finanzierte er mit Diebstählen seinen Bedarf, bis schlussendlich der Verdacht auf ihn fiel und Fingerabdrücke an Lebensmitteln bewiesen, dass der Langfinger auch in Lebensmittelmärkten unterwegs war. Dort stahl er allerdings, weil er etwas zu essen brauchte. Unter anderem Kartoffeln. „Es tut mir leid und ich möchte mich bei den Hausbewohnern meines Blocks entschuldigen“, so der junge Mann am Landesgericht Feldkirch.

Letzter Ausweg

Er wisse, dass er das Vertrauen der Hausgemeinschaft missbraucht habe, doch es sei sein letzter Ausweg gewesen, um an Heroin zu gelangen. Jetzt hat er eine Therapie im Visier, will angeblich ein völlig neues Leben beginnen. Er schildert, wie er sich immer wieder an seine Mutter gewandt habe, erst als letzte Möglichkeit, zu Geld zu kommen, habe er schlussendlich gestohlen. Der Mann ließ 20 Computerspiele und mehrere Konsolen mitgehen. In einem Spielwarengeschäft nahm er unbezahlt eine Figur um 160 Euro mit. Tatorte wurden unter anderem Libro und Media Markt. Der Mann verkaufte die Waren entweder an Gebrauchtwarenhändler, das erstbeste Angebot war ihm gut genug, denn er brauchte dringend Geld.

Kooperativ

Nach mehreren Diebstählen im Haus hatte man den jungen Drogenabhängigen im Visier, eine Hausdurchsuchung bestätigte den Verdacht. Was die Lebensmitteldiebstähle anlangt, räumte er mehr ein, als ihm nachgewiesen werden konnte. Kartoffeln, Marmelade und sonstiges verbrauchte er selbst. In der Wohnanlage stahl der Mann drei Räder und „versilberte“ sie anschließend. Für die Bestohlenen ärgerlich: Neu kostete das Rad 1000 Euro, Restwert kaum mehr als 50 Euro bis 100 Euro, auch wenn der Angeklagte selbst bestätigt, dass sie noch gut aussahen. Es gibt neun Monate Strafe, sechs davon auf Bewährung, 2000 Euro muss er an Schaden gutmachen, 720 Euro werden aus einer alten Verurteilung fällig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.