Funkenbauer errichten Spezialhexenfunken

Vorarlberg / 02.03.2017 • 17:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Schoppernauer bauen heuer einen Funken in Form eines Hexenkopfs.  Fotos: mam
Die Schoppernauer bauen heuer einen Funken in Form eines Hexenkopfs. Fotos: mam

Schoppernauer Jubiläumsfunken entsteht in Form eines Hexenkopfs.

Schoppernau. (mam) Funken abbrennen, um den Winter zu vertreiben: diesen Brauch pflegen auch die Bregenzerwälder jeden Funkensonntag. Die Vereinigung der Schoppernauer Funkenzunft gibt es inzwischen seit zehn Jahren. Der Ausschuss des Vereins wollte sich anlässlich des Jubiläums etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Den Jubiläumsfunken wollten die Funkenbauer in einer außergewöhnlichen Konstruktion in Form eines Hexenkopfes aufbauen. Verantwortlicher und Ideenbringer dafür ist Zimmermann Ossi Simma.

Funken bewachen

Bis zu zwölf Meter hoch soll der Funken werden und ausschließlich aus Holz (oft Abbruchholz) und aus den Christbäumen, die bei einer gemeinsamen Aktion im ganzen Dorf gesammelt wurden, bestehen. „In den vergangenen Jahren ist es schon vorgekommen, dass unser Funken verfrüht von unseren Rivalen angezündet wurde und abbrannte. Um diesen Attacken vorzubeugen, wird fortan Tag und Nacht Funkenwache gehalten“, so Obmann Bernhard Manser. Das Abbrennen des Funkens findet jedes Jahr traditionell am Funkensonntag auf dem Diedams-Parkplatz statt. Mit einem Fackellauf für die Kinder und einem kleinen „Trätzfunko“, den die kleinen Besucher entzünden dürfen, beginnt am Sonntagabend das Winteraustreiben. Um 19.30 Uhr werden das Feuerwerk und der große Hexenfunken von den Obleuten der Zunft entzündet. Alle warten dann gespannt, bis die Flammen die Funkenhexe erreichen und diese dann lautstark explodiert.

Ganz traditionell gehören auch die Funkoküachle zum Funkensonntag dazu. Mehrere Hundert Stück davon werden von den Frauen des Vereins gebacken, ein Gaumenschmaus, den sich keiner entgehen lassen will. Den ca. 30 Frauen und Männern der Funkenzunft Schoppernau liegt der Erhalt der alten Tradition des Funkenbauens und das damit verbundene Ritual des Winteraustreibens sehr am Herzen. 2010 wurde das Funkenabbrennen übrigens in die Liste des Unesco Weltkulturerbes als gelebtes Brauchtum aufgenommen.

Bernhard Manser Das Funkenbauen hat mich schon als kleiner Bub fasziniert. Es ist mir ein Anliegen, dass der Brauch des Funkenabbrennens an die nächste Generation weitergegeben und erhalten wird.

Bernhard Manser

Das Funkenbauen hat mich schon als kleiner Bub fasziniert. Es ist mir ein Anliegen, dass der Brauch des Funkenabbrennens an die nächste Generation weitergegeben und erhalten wird.

Manuela Beer Ich habe das Rezept für die Funkoküachle von meiner Mama. Es macht mir viel Freude, gemeinsam mit dem Funkoküachleteam zum Erhalt der alten Tradition in der Gemeinde beizutragen.

Manuela Beer

Ich habe das Rezept für die Funkoküachle von meiner Mama. Es macht mir viel Freude, gemeinsam mit dem Funkoküachleteam zum Erhalt der alten Tradition in der Gemeinde beizutragen.

Ossi Simma Mich als Zimmermann reizt die Herausforderung, neue Konstruktionen beim Funkenbau zu probieren. Auch dass wir in der Zunft eine sehr gute und gesellige Kameradschaft pflegen, genieße ich sehr.

Ossi Simma

Mich als Zimmermann reizt die Herausforderung, neue Konstruktionen beim Funkenbau zu probieren. Auch dass wir in der Zunft eine sehr gute und gesellige Kameradschaft pflegen, genieße ich sehr.