Neuer Campingplatz in Dornbirn fordert Tribut

Vorarlberg / 02.03.2017 • 20:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Campingplatz Enz soll um über drei Millionen Euro zu einem international vorzeigbaren 4-Sterne-Platz ausgebaut werden. Foto: Hagen
Der Campingplatz Enz soll um über drei Millionen Euro zu einem international vorzeigbaren 4-Sterne-Platz ausgebaut werden. Foto: Hagen

Im Zuge der Sanierung des Platzes an der Enz wird der alte Baumbestand drastisch reduziert.

Dornbirn. (ha) Voriges Jahr wurden von der Stadtvertretung die Weichen für die Sanierung des Campingplatzes Enz gestellt. Nun stellt sich heraus, dass ein massiver Eingriff in die Natur erforderlich ist: Ein Großteil des alten Baumbestandes muss weichen, um die erforderlichen Versorgungsleitungen zu den Standplätzen verlegen zu können.

60 Laubbäume spendeten bisher Campern aus aller Herren Länder Schatten. Der Baumbestand verlieh dem Zeltplatz an der Straße ins Gütle den Charakter eines Parks. Darauf wird auf der Homepage auch mit Stolz hingewiesen: „Der Platz ist von Eichen, Linden und Ahornbäumen beschattet.“ Nicht mehr lange, denn schon bald geht es vielen der mächtigen Schattenspender an den Kragen: Um Platz für den Neubau des Restaurants samt Sanitäranlagen zu schaffen und Strom- oder Wasserleitungen zu jedem der geplanten 100 bis 110 Stellplätze verlegen zu können, müssen rund 40 der zum Teil bis zu 100 Jahre alten Bäume gefällt werden.

Herbert Kaufmann, Geschäftsführer der Seilbahngesellschaft und seit letztem Jahr auch für den neuen Campingplatz zuständig, versichert, dass man die Kettensäge nur dort anwirft, wo es notwendig ist: „Wir haben jeden einzelnen Baum angeschaut und festgestellt, dass einige alte Bäume ohnedies gefällt werden müssen.“ Nach Abschluss der Bauarbeiten soll allerdings wieder aufgeforstet werden, verspricht Kaufmann: „Wir werden 40 bis 45 Bäume neu anpflanzen.“

Eröffnung 2018

Wenn alle behördlichen Genehmigungen vorliegen, steht einem Baubeginn nichts mehr im Weg. Kaufmann ist jedenfalls guter Dinge, dass der neue Campingplatz im April oder Mai 2018 offiziell eröffnet werden kann. Für Neubauten und die Platzgestaltung muss die Stadt als Besitzerin des Grundstücks gegenüber der Karrenseilbahn mindestens 3,4 Millionen Euro in die Hand nehmen. Dafür verfügt Dornbirn dann über einen alpinen 4-Sterne-Campingplatz, der auch wieder in den internationalen Campingführern aufscheinen soll.

Vizebürgermeister Martin Ruepp, der Aufsichtsratsvorsitzende der Seilbahngesellschaft, ist überzeugt, dass nach der Fertigstellung die Kassen wieder kräftiger klingeln als bisher. Er rechnet damit, dass die Nächtigungszahlen auf dem Campingplatz von bisher bescheidenen 5000 auf 15.000 bis 20.000 pro Jahr in die Höhe schnellen werden. Das wollen die Neos allerdings nicht glauben. „Die Stadt kalkuliert hier mit fiktiven Zahlen, die meines Erachtens sehr hoch angesetzt sind“, sagt Stadtvertreter Michael Klocker. Ihm waren die optimistischen Prognosen über die erwartete Auslastung von Anfang an nicht geheuer.