Ein Wahlsonntag für die Gläubigen im Land

Vorarlberg / 17.03.2017 • 18:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
183.000 Katholiken sind am Sonntag wahlberechtigt. In 119 Pfarren des Landes werden 1300 Pfarrgemeinderäte gewählt. Foto: vn
183.000 Katholiken sind am Sonntag wahlberechtigt. In 119 Pfarren des Landes werden 1300 Pfarrgemeinderäte gewählt. Foto: vn

Katholiken wählen ihre Pfarrgemeinderäte. Barbara Dür engagiert sich seit zehn Jahren.

Reuthe. (VN-mm) „Es ist ein schönes und gutes Gefühl, etwas für die Dorfgemeinschaft und die Menschen zu tun“, sagt Barbara Dür (39). Deshalb engagiert sie sich schon seit zehn Jahren im Pfarrgemeinderat von Reuthe und möchte es weitere fünf Jahre tun. Gemeinsam mit ihrem Team stellt sich die dreifache Mutter neuerlich der Wahl, die, wie berichtet, morgen Sonntag in 119 Pfarren des Landes abgehalten wird. Rund 183.000 Katholiken sind wahlberechtigt, über 1300 Pfarrgemeinderäte gilt es neu oder wieder zu bestellen. Barbara Dür hofft vor allem auf eine gute Wahlbeteiligung. Bei den Pfarrgemeinderatswahlen vor fünf Jahren schritten 25 Prozent der 390 Wahlberechtigten in Reuthe zur Wahlurne. Im Vergleich zur landesweiten Beteiligung, die bei gerade einmal 12,7 Prozent lag, ist das ein hoher Wert. Das lässt die PGR-Vorsitzende guten Mutes sein.

Demokratie in der Kirche

Mit Informationsblättern, einem Video über die Arbeit des Pfarrgemeinderats, das sie gemeinsam mit Firmlingen anfertigte, sowie über Mundpropaganda hat Barbara Dür die Wählermobilisierung gestaltet. Ihren Erfahrungen zufolge zeigen sich die Leute durchaus interessiert. „Auch wenn viele in der Kirche nicht so stark präsent sind, spielt der Glaube für sie doch eine bedeutende Rolle“, weiß Dür aus zahlreichen Gesprächen. Seelsorgerisch wird die kleine Pfarre im hinteren Bregenzerwald seit zehn Jahren von Pater Ewald aus dem Franziskanerkloster Bezau betreut. Im Herbst wird das gefeiert. Sein 25-jähriges Priesterjubiläum wurde schon mit einem Fest begangen. „Es waren viele Menschen dabei“, erzählt Barbara Dür. Für sie ein Zeichen, dass es den Gläubigen wichtig ist, noch einen Priester in der Gemeinde zu haben. Das zu erhalten, aber auch neue Wege einzuschlagen, ist das Anliegen des fünf Mitglieder umfassenden Pfarrgemeinderats in Reuthe. „Zusammen können viele Herausforderungen gemeistert werden“, gibt sich Barbara Dür zuversichtlich.

Pfarrgemeinderäte sind „ein Stück gelebte Demokratie in der Kirche“, bedankt sich PGR-Referent Josef Fersterer bei allen jenen, die sich in den Pfarren ehrenamtlich engagieren, dies in der Vergangenheit getan haben und in der Zukunft tun, denn hier werde Kirche mitgestaltet und lebendig. Diözesanbischof Benno Elbs betont: „Pfarrgemeinderäte sind Ausdruck einer vielfältigen, bunten, sozialen und menschlich engagierten Kirche in den Dörfern und Städten. Sie setzen sich ein für Kinder und Jugendliche, für Familien und ältere Menschen, für Mission und Entwicklung.“ Das spiegelt sich auch bei den Pfarrgemeinderäten wider: „Frauen und Männer, junge und ältere Menschen, erfahrene und ganz neue Pfarrgemeinderäte bringen ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen und -haltungen ein“, umreißt Fersterer die Vielfalt.

Familienstimmrecht

Ein besonderer Fokus dieser Wahlen liegt auf jungen Familien, die mit dem in Vorarlberg neu eingeführten Familienstimmrecht ihren Themen noch mehr Nachdruck verleihen können. Dabei haben Mutter oder Vater die Möglichkeit, für ihre Kinder eine zusätzliche Stimme abzugeben. Barbara Dür kann den Wert des Familienstimmrechts noch nicht wirklich einschätzen. „Das ist Neuland für uns“, merkt sie an, möchte es in der eigenen Familie aber nutzen. „Wer zur Wahl geht, bestärkt die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit“, bittet Fersterer die Vorarlberger, diese Chance zu nutzen und den sonntäglichen Kirch- oder Spaziergang mit einem Wahlgang zu verbinden. Wahlberechtigt sind alle Katholiken, die bis zum 1. Jänner 2017 das 16. Lebensjahr vollendet und in der Pfarrgemeinde ihren Hauptwohnsitz haben.

Es ist ein schönes Gefühl, etwas für die Menschen zu tun.

Barbara Dür