Millionenschäden durch Feuer

Vorarlberg / 17.03.2017 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ab Ende Monat in Pension: Kurt Giselbrecht. Foto: BVS
Ab Ende Monat in Pension: Kurt Giselbrecht. Foto: BVS

Im Vorjahr starben in Vorarlberg zwei Menschen bei Bränden, Feuerwehreinsätze stiegen insgesamt an.

Dornbirn. Anlässlich des Verbandstages der Vorarlberger Feuerwehren am Freitagabend im Kulturhaus in Dornbirn präsentierte Kurt Gieselbrecht, Leiter der Vorarlberger Brandverhütungsstelle, auch die Zahlen des Brandgeschehens in Vorarlberg im Jahr 2016.

An Brandopfern gab es zwei Tote und 28 Verletzte zu beklagen. Bei Schweißarbeiten in einer privaten Werkstätte in Feldkirch erlitt ein 82-jähriger Mann tödliche Verbrennungen, in Hohenweiler starb beim Brand eines Einfamilienhauses ein 65-jähriger Mann durch Rauchgasvergiftung.

Zeit und Ort

Laut Giselbrecht entstehen etwa 63 Prozent aller Wohnhausbrände im Wohn- oder Schlafbereich, zehn Prozent in Kellerräumen und sechs Prozent in Garagen oder überdachten Stellplätzen. 73 Prozent der Gebäudebrände ereignen sich in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends.

Bei den Zündquellen für die Brände in Gebäuden bleiben Wärmegeräte die Spitzenreiter, sie lösten 34 Prozent der Brände aus, gefolgt von elektrischer Energie mit 25 Prozent und offenem Licht und Feuer mit 15 Prozent. Diese drei Zündquellentypen sind demnach für beinahe drei Viertel der Feuerwehreinsätze verantwortlich.

Die Zahl der Gebäudebrände, bei denen ein Feuerwehreinsatz notwendig war, ist gegenüber dem Vorjahr von 332 geringfügig auf 341 angestiegen. Demgegenüber dürfte es bei den Brandschäden, für die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei der Brandverhütungsstelle allerdings noch kein endgültiges Datenmaterial vorliegt, doch zu einer erheblichen Zunahme gegenüber dem Vorjahr mit 11,4 Millionen Euro auf etwa 16 Millionen Euro kommen. Hauptverantwortlich für die höhere Schadenssumme sind acht Großbrände in der Landwirtschaft mit insgesamt etwa zehn Millionen Euro.

Als Schwerpunkt bei der gestrigen Präsentation gab der Leiter der Brandverhütungsstelle einen Rückblick über seine 22-jährige Geschäftsführertätigkeit, da er in Kürze in den Ruhestand treten wird. In dieser langen Zeit hat sich der vorbeugende Brandschutz von einer früher eher stiefmütterlichen Betrachtung zu einer wichtigen Sicherheitsdisziplin entwickelt. „Ein besonderes Anliegen war mir die Sensibilisierung der Vorarlberger Bevölkerung für Brandschutz­angelegenheiten, was durch unzählige Presseaussendungen, viele Radio- und Fernsehinterviews sowie durch Vorträge bei verschiedensten Veranstaltungen erreicht wurde“, so Gieselbrecht. Er geht Ende des Monats in Pension, Nachfolger bei der Brandverhütungsstelle ist Ralph Pezzey.

Zu den Großeinsätzen im Vorjahr zählte der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Feldkirch im Dezember. Foto: Feuerwehrverband
Zu den Großeinsätzen im Vorjahr zählte der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Feldkirch im Dezember. Foto: Feuerwehrverband